Schwarzwild ist Allesfresser aber kein Aasfresser

Schwarzwild ist Allesfresser und kein Aasfresser, daher spielen Schwarzwildaufbrüche, Schwarzwildkadaver oder Zersetzungssubstrate bei der Nahrungsaufnahme eine marginale Rolle. Die Theorie, Schwarzwildaufbrüche oder Zerwirkreste diene dem Schwarzwild als sehr wichtige Proteinquelle, ist unzutreffend. Auch aus hygienischen Gründen und den Gefahren einer epidemischen Kontamination anderer Säugetiere (AK), sollte das gesetzeskonforme Ausbringen vorgenannten Entsorgungsmaterials mit Augenmaß erfolgen.

Während zu Beginn der 1980er Jahre die anfallenden Mengen an Schwarzwildaufbrüchen, Zerwirkreste usw. in Unterfranken mit etwa 1.100 Individuen sehr überschaubar waren, schlagen heute Mengen von über 19.000 Individuen zu Buche. Unter Berücksichtigung dieser exorbitanten Größenordnung anfallendes Entsorgungsmaterial erlegten Schwarzwildes in den Jagdrevieren zu verbringen ist aus heutiger Sicht nicht mehr zeitgemäß. Die Darreichung anfallenden Entsorgungsmaterials von Schwarzwild in den Revieren zudem überflüssig. Um den Revierinhabern das Entsorgen dieses Entsorgungsmaterials zu erleichtern, haben hierfür Landkreise Wildkonfiskat-Sammelstellen für die Jägerschaft eingerichtet. Die Ergebnisse verschiedener wissenschaftlicher Studien belegen und veranschaulichen sehr deutlich: Schwarzwild frisst tote Wiederkäuer, aber keine verendeten Artgenossen oder Teile hiervon. Schwarzwild lässt konspezifische Individuen „links liegen“.

So führte MEYNHARDT aus, dass in den Urwäldern von Bialowesh LEBEDEWA nach der Untersuchung der Mageninhalte dokumentierte, dass durchschnittlich 12,4% an animalischer Nahrung aufgenommen wurden. JANDA stellte bei seinen Untersuchungen fest, dass in den Mittelgebirgen von Stiavnica 13,2% an animalischer Nahrung aufgenommen wurde. Die animalische Nahrung beinhaltet alle aufgenommene Nahrungsmatrix, also das gesamte Spektrum an tierischen Nahrungsbestandteilen. Bei den Wirbellosen wurden hauptsächlich Insekten, Würmer und Schnecken gefunden, an Wirbeltieren konnten Mäuse, Feuersalamander, Aufbrüche von Rehwild und Hasenhaare nachgewiesen werden, sie waren in allen Monaten nachzuweisen. In jedem fünften Magen wurden Mäuse gefunden, Regenwurmborsten in 43% der Mägen. Insgesamt stammen 37% der Gesamtnahrung aus der Fütterung. BRIEDERMANN stellte folgendes fest: „Unsere bisherigen Untersuchungen ergeben gegenüber den zitierten Arbeiten ein anderes Bild, und zwar umso mehr, je stärker das Gebiet unter dem Einfluss intensiver Land- und Forstwirtschaft steht … Der Anteil animalischer Nahrung ist mit etwa 4% gering und während des ganzen Jahres verhältnismäßig konstant. Mit Ausnahme der Periode Mai bis Juni ist die animalische Nahrung und der Anteil grüner Pflanzenteile kaum von Bedeutung …“ [1].

Aus dem Abschlussbericht des Arbeitsbereichs Wildökologie und Jagdwirtschaft des Forstzoologischen Instituts der Universität Freiburg 1998 wird desgleichen deutlich, dass Schwarzwild tierische Nahrung verschmäht. Es wurden 430 Mageninhalte vom Schwarzwild aus 12 verschiedenen Naturräumen in Baden-Württemberg analysiert. Darunter auch der südliche Odenwald um Heidelberg, Neckargemünd, Schönau und Eberbach, quasi in unserer unmittelbar räumlichen Nachbarschaft. Aus vorgenannten Städten und Gemeinden dieses Habitats wurden 93 Mageninhalte von Schwarzkitteln aller Altersklassen beprobt. Alle Kalendermonate konnten mit Material abgedeckt werden. Ein Viertel der Sauen, deren Mägen untersucht wurden, sind während dem Ansitz an Kirrungen erlegt worden. 16% der erlegten Individuen sind zufällig vom Ansitz aus, 25% auf Drückjagden und 7% auf andere Jagdarten wie beispielsweise Nachsuchen der beim Pirschen erlegt worden. Die Pflanzliche Nahrung erreichte Werte von ≥ 95%. Bezogen auf alle bisher untersuchten Mageninhalte dominiert bei den ausgeschiedenen Nahrungskomponenten das Getreide aus der Fütterung mit 37%.

Des Weiteren:

  • Mast 19%
  • Gräser und Kräuter 17%
  • Getreide aus der Feldflur 7%
  • Wurzeln 5% Apfeltrester 3%
  • Streu- und Holzreste 2%
  • Zuckerrüben 2%
  • Obst <1%
  • Pilze <1%
  • Tierische Nahrungsbestandteile 4%

Feldfrüchte machen 7% und die sonstigen pflanzliche und tierische Nahrung 56% aus. In den Wintermonaten spielt die Nahrung aus der Fütterung mit ca. 41% unabhängig von der Jagdart eine bedeutende Rolle. In den Mägen des Schwarzwildes, die in der Feldflur erlegt wurden, stammten ca. 15% der Nahrung aus der Fütterung. [2].

Als Resultat einer Studie des Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit (FLI) des Friedrich-Loeffler-Instituts vom Januar 2109 geht hervor, wie sich Schwarzwild gegenüber toten Artgenossen verhalten. Dabei wurden 2018 an 9 Standorten im Stadtwald Greifswald 32 Wildschweinkadaver für eine Verhaltensstudie verbracht. Die Studie verdeutlicht wissenschaftlich, dass Schwarzwild gegenüber toten Artgenossen Interesse zeigten, aber auf Distanz blieben. Vor allem dann, wenn die ausgelegten Kadaver frisch, mit Maden bedeckt oder aus den verwesenden Kadavern Körperflüssigkeiten und Blut austraten. Nahmen die Sauen direkten Kontakt mit den verendeten Artgenossen auf, schnüffelten sie kurz an den Kadavern oder schoben sie beiseite. Bei vorangeschrittenem Zersetzungssubstrat, sobald der Kadaver nicht mehr frisch war, wühlte Schwarzwild meist intensiv im umliegenden Boden um die Kadaver herum.

Es ergab keinen Hinweis darauf, dass sich Wildschweine für Maden, Larven o. ä. an Schwarzwild-Kadavern interessieren. Ebenso war kein Kannibalismus unter dem Schwarzwild zu beobachten, allerdings kauten vor allem Frischlinge und Überläufer an blanken Knochen herum, die nach der Skelettierung je nach Kadavergröße und Jahreszeit (Winter) mehrere Monate dauern kann. Im Sommer wälzten sie sich in alten Kadaverresten und in der Zersetzungsmatrix. Die Schwarzwild-Kadaver wurden von 22 verschiedenen Tierarten aufgesucht, darunter waren 5 Aasfresser. Innerhalb des gleichen Zeitraums wurden 445 Besuche durch Wildschweine dokumentiert, meist für 2-3 Minuten. Hiervon fanden 147 Besuche mit einer direkten Kontaktaufnahme statt. Mindestens 30 verschiedene Sozialverbände, mit mindesten 200 Individuen besuchten die Ausbringungsstandorte. Die ersten Besuche fanden zwischen Tag 1 und Tag 25 statt, ein direkter Erstkontakt zwischen Tag 1 und Tag 43. [3].

Quellenangaben

[1]. Quelle: Meynhard (1977), mein Leben unter Wildschweinen. [2]. Quelle: Raumnutzung und Ernährungsbasis von Schwarzwild, Eisfeld/Hahn, 1998, Wildökologie und Jagdwissenschaft Forstzoologisches Institut Universität Freiburg. [3]. Quelle: Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Friedrich-Loeffler-Institut, Carolina Probst, Anja Globig, Bent Knoll, Franz J. Conraths, Klaus Depner, Grüne Woche, 25. Januar 2018 „Epidemiologie der ASP“. https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Tier/Tiergesundheit/Tierseuchen/ASP/ASP-Probst-180125.pdf?__blob=publicationFile

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Entwicklung der Schwarzwildstrecke in Unterfranken - ein steiler Aufstieg

In Unterfranken wurden im Jahr 1937/38 (ehemals Gau-Mainfranken) 1.946 Stück Schwarzwild erlegt, im gleichen Zeitraum in Oberbayern 188 Stücke und in der Oberpfalz 13 Stücke, der Rest Bayerns galt als schwarzwildfrei. In der Jagdsaison 2017/2018 erlegten Jägerinnen und Jäger rund 27 500 Wildschweine in Unterfranken.

Bis in die 1980er Jahre stieg die Schwarzwildstrecke in Bayern mäßig an, sie betrug im Mittel in ganz Bayern etwa 3.200 erlegter Stücke. Ab dem Jagdjahr 1983/84 mit etwa 8.000 erlegten Stücken, begann die rasante Populationsdynamik zu explodieren. In diesem Kontext ist anzumerken, dass sich bis zu diesem Zeitpunkt das Schwarzwild-Habitat konzentriert im Norden Bayerns etablierte. Bereits 2001/02 wurden über 40.000 Sauen erlegt. Im Jagdjahr 2015/16 schlugen bereits über 85.000 erlegte Sauen zu Buche. Die Ursachen für den belegten Bestandsanstieg sind vielfältig, wesentlich ist aber auch die etwa in gleicher Dynamik ansteigende Vermaisung unserer Landschaften. Wie die Maisflächen heute, sind fast ebenso flächendeckend die Schwarzwildhabitate im Jagdland Bayern zu finden. 

Tierische Nebenprodukte stiegen gegenüber 1980/81 um das 28-fache an

Aufgrund des Zahlenwerkes wird besonders deutlich, dass im Hinblick auf tierische Nebenprodukte - nur das Schwarzwild betreffend - die anfallenden Mengen ab den Fünfzigerjahren um mehr als das 28-fache anstiegen.

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Öffentliche Hegeschau 2018 in Eisenbach - Jäger genießen Vertrauen

Vor einer prächtigen Kulisse präsentierte die BJV-Kreisgruppe Obernburg vergangenen Freitag ihre Erinnerungsstücke der Öffentlichkeit. Kreisvorsitzender Gerhart eröffnete in entspannter Atmosphäre die Veranstaltung, die Jagdhornbläser leiteten mit herrlichen Klangfolgen die Liste der Redner ein. Der gut besuchten Pflichttrophäenschau waren hohe Vertreter aus der Politik und den Behörden gefolgt, die in ihren Grußworten den Jägerinnen und Jägern ihr Vertrauen aussprachen. Die alljährliche Durchführung der öffentlichen Hegeschau spiegelt auch die erbrachte Leistung des vorangegangenen Jahres wieder, sie bringt auch alle an der Jagd beteiligten und Interessierte zusammen. Hervorragende Leistung Zu Beginn bat Hauptredner und Hausherr Landrat Jens-Marco Scherf alle Anwesenden sich von ihren Plätzen zu erheben und einer kürzlich während der Jagd verstorbenen Jägerin zu gedenken. Im Anschluss lobte er ausdrücklich das ehrenamtliche Engagement aller, die sich während dem vergangenen Jagdjahr in die Jagd einbrachten. Er zollte seinen Jägerinnen und Jägern Respekt und bedankte sich für die hervorragenden Leistungen. Diese würden sich auch in den vorliegenden Streckenzahlen wiederfinden, die Schwarzwildstrecke sei hoch wie nie. Der Landrat verwies beim Thema Schwarzwild auf die Gefahren einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest hin, es müssten alle erdenklichen Vorsorgemaßnahmen getroffen werden. Im südlichen Landkreis Miltenberg richte nun die zweite Konfiskat-Sammelstelle ein, auf den Liegenschaften des AZV Main-Mud.

Landrat Jens-Marco Scherf

In Obernburg seien dort bis heute über 10 Tonnen nicht verwertbares Material verbracht worden. Dies sei ein wichtiges Signal an die Allgemeinheit:

„dass die Jägerschaft bei Seuchenprophylaxe und Tierkrankheiten Verantwortungsbereitschaft demonstriert“,

so Scherf. Die Erfahrungen aus Obernburg würden auch von zwei Hegegemeinschaften für die Einrichtung einer Konfiskat-Sammelstelle im Südlandkreis genutzt. BJV-Kreis-Vorsitzender Gerhart habe sich in dieser neuen Planung in Miltenberg sehr engagiert eingebracht und zeige damit die hervorragende vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen benachbarten Jägern und Behörden. Vor allem müsse der Schwarzwildbestand im Auge behalten und die Individuendichte reduziert werden. Auch sei die Behörde auf die emotional geführte Debatte um Saufänge und die Verwendung von Nachtziel-Vorsatzgeräten auf die Jäger zugegangen. Der Landrat machte sehr deutlich, dass er hinter den Jägerinnen und Jäger im Landkreis steht. Er verwies auch auf die große Bereitschaft nicht nur der Revierverantwortlichen im Landkreis, sich der etablierten Initiative „Action for Kitz“ anzuschließen. Da sei aktiver Tierschutz. Er verwies auch auf die eingerichtete Internetplattform WilTiB für den Informationsaustausch zwischen Jägern und Landwirten. Darin können unter anderem Schwarzwildsichtungen, Wühlschäden und revierübergreifende Bewegungsjagden koordiniert werden. Besorgniserregend sei der hohe Fallwildanteil im Rotwildgebiet Spessart. Man habe die betroffenen Gemeinden gebeten, vor Ort einen Appell der Jagdbehörde an Hundebesitzer und an Tierhalter zu veröffentlichen. Er appellierte auch an Revierverantwortliche und Reviereigentümer, zu übereinstimmenden Rehwild-Abschussanträgen für 2019 zu kommen.

Zahlen im Fokus

Kreisjagdberater Roland Dotterweich verwies auf den großen Jagderfolg hinsichtlich der Schwarzwildbejagung. Seien 1983 nur 350 Stück Schwarzwild in der Streckenliste im Landkreis aufgeführt worden, so seien es heuer im Obernburger Bereich 1290 Stück gewesen, einschließlich Fallwild. Die Rehwildstrecke betrug in der Kreisgruppe 2548 Stücke. Der Erfüllungsgrad innerhalb des Abgangs im zweiten Jahr des Dreijahreszeitraums, liegt zwischen 63,7 Prozent 71,3 Prozent der Hegegemeinschaften. An Rotwild seien im Spessart 94 Stück abgegangen, das sind 86 Prozent des Solls.

Umgang mit Wildtierseuchen

Amtsveterinärin Dr. Isabel Boecker-Kessel informierte die Anwesenden aktuell über die Afrikanische Schweinepest. Die anzeigepflichtige Tierseuche ist eine Viruserkrankung der Schweine, bei der innerhalb von sieben Tagen der Tod eintrete. Für den Menschen sei die Schweinepest ungefährlich. Dr. Boecker-Kessel wies auf die hohen wirtschaftlichen Schäden hin und zeigte die Übertragungswege auf. Zahlreiche Tipps und Anregungen gab Sie den Jägerinnen und Jäger mit auf den Weg, um nicht als unfreiwilliger Vektor in Erscheinung zu treten. Sie empfahl Schwarzwildaufbrüche möglichst an Konfiskat-Sammelstellen zu verbringen, auch dies sei ein wichtiger Schritt zur vorbeugenden Seuchenbekämpfung. Auch die Aujeszkysche Krankheit wurde beleuchtet, denn auch sie stehe im Fokus der Veterinärbehörden im Kontext mit Wildschweinen. Infizierte Hunde oder Katzen sterben zwangsläufig mit der Aufnahme von Fleisch, Aufbrüchen oder Gewebsflüssigkeiten kontaminierter Wildschweine. Wildschweine selbst erkranken an dem Virus nicht, man sieht es ihnen auch nicht an. Sie bat alle sich beim Wildschweinmonitoring einzubringen, das freundliche Veterinäramt stehe immer hilfreich an der Seite ihrer Jägerinnen und Jäger im Landkreis. Sie rief die Jäger dazu auf, Tupferproben von verendet aufgefundenen Tieren zu nehmen und an das Veterinäramt zu leiten.

Cerviden nicht aus dem Auge verlieren

Forstdirektor Berthold Ort macht deutlich, dass durch die Debatten um große Beutegreifer und die Afrikanische Schweinepest, das Augenmerk auf Rot- und Rehwild nicht vernachlässigt werden darf. Die Forstbehörde validiere stets die Verbisssituation, auch mit Wolf und ASP. Ort ging auf das Vegetationsgutachten ein, dessen Auswertung derzeit laufe. Es sei bereits jetzt offenbar eine Tendenz zu steigendem Verbiss zu verzeichnen.

Die Polizei kooperiert mit Jägern

Vorgestellt hat sich zur Hegeschau Frau Polizeihauptmeisterin Tina Schmitt, Sie ist Jagdbeauftragte der Polizei Obernburg. Als Ansprechpartnerin in allen Belangen rund um die Jagd und dem Tier- und Naturschutz, steht Sie den Jägern zur Seite. Sie wünscht sich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Beteiligten und forderte Jägerschaft auf, Auffälligkeiten in den Revieren zu melden.

Schwarzwild nicht den Krieg erklären

Jägerchef Klaus-Peter Gerhart ging auf die kritische Haltung vieler Jäger in Bezug auf Nachtzieltechnik oder Saufänge ein. Er suche den Schulterschluss zwischen Landwirten und Jäger um auch andere Möglichkeiten zur Reduzierung der Individuendichte in Betracht zu ziehen. So seien etwa Schussschneisen auch ein probates Mittel, die Schwarzwildstrecken noch mehr zu optimieren. Auch Gerhart ging kurz auf die Konfiskat-Sammelstelle in Obernburg ein. Sie laufe vorbildlich, er lobte unter anderem die dortige Reinlichkeit:

 „Wenn wir diese bekannt gewordenen Mengen in den Revieren entsorgen gibt es einen Aufschrei in der Bevölkerung“

so Gerhart. Der Kreisvorsitzende durfte im Namen des Landrats die harmonisch verlaufende öffentliche Hegeschau beenden und dankte allen Anwesenden für ihr Interesse. Mit schallenden Jägerweisen dankten die Jagdhornbläser auf ihre Art und bliesen wohl in ihr Horn.

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Hegeschau 2018 Umpfenbach - Jäger nehmen ihre Verantwortung ernst

Der gut besuchten öffentlichen Pflichttrophäenschau waren neben den Protagonisten auch Persönlichkeiten aus Politik, Vertretern aus der Forst- und Landwirtschaft gefolgt. Die alljährliche Durchführung der öffentlichen Hegeschau ist nach § 16 Abs. 4 der Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Jagdgesetzes gesetzlich vorgeschrieben. Zum Auftakt der diesjährigen Hegeschau in Umpfenbach ließen Bläser ihre Parforcehörner erklingen. Nach Begrüßung durch den Kreisvorsitzenden des BJV hatten die Ehrengäste das Wort.

Als Hausherr sprach Landrat Jens-Marco Scherf allen Jägerinnen und Jäger sein Vertrauen, Respekt und Dank aus. Er lobte ausdrücklich das ehrenamtliche Engagement aller, die sich für die Jagd, die Natur und das heimische Wild im vergangenen Jagdjahr mit Sachverstand einbrachten. Auch die Hegeschau im südlichen Landkreis besitze eine Botschaftsfunktion, Themen rund um die Jagd in die Öffentlichkeit zu transportieren.

Der Landrat verwies beim Thema Schwarzwild auf die Gefahr der Afrikanischen Schweinepest, es müssten alle erdenklichen Vorsorgemaßnahmen getroffen werden. Im Landkreis richte man bereits die zweite Konfiskat-Sammelstelle ein, auf den Liegenschaften des AZV Main-Mud. Vor allem müsse der Schwarzwildbestand im Auge behalten und die Individuendichte reduziert werden. Auch sei die Behörde auf die emotional geführte Debatte um Saufänge und die Verwendung von Nachtziel-Vorsatzgeräten auf die Jäger zugegangen. Der Landrat machte sehr deutlich, dass er hinter den Jägerinnen und Jäger im Landkreis steht. Er lobte auch die Initiative im Landkreis, gesundes Wildbret stärker in den Fokus der Verbraucher zu rücken. Langanhaltender Applaus wurde Herrn Landrat Scherf für die erbauenden Worte zu Teil.

Zahlen sprechen für sich

Kreisjagdberater Rudi Faber in seinem ganzen Element. Er attestierte mit 2384 erlegten Wildschweinen den Jägerinnen und Jäger ein sehr gutes Zeugnis. Diese exorbitante Steigerung um 52 % gegenüber dem Vorjahr sei einzigartig in der Schwarzwild-Streckengeschichte im südlichen Landkreis Miltenberg. Rudi Faber wies darauf hin, dass mit Änderung der Schonzeitaufhebung für Schwarzwild, der Muttertierschutz unangetastet bliebe. Eine beachtliche Bilanz legte der Kreisjagdberater auch zum Dreijahres-Abschussplan vom Rehwild offen, viele Reviere seinen auf gutem Weg, die vorgegeben Zahlen zu erfüllen. Aber nicht nur die Affinität dem Schalenwild gegenüber zollte Jagdberater Faber Respekt. So seien 592 Füchse und 62 Waschbären laut Streckenliste abgegangen. Bei dem Neozoen Waschbär eine Steigerung um 27%. Ein Rückgang sei bei den erlegten Marderhunden auf fünf Individuen zu verzeichnen.

Präventiv und gut gerüstet

Amtsveterinärin Dr. Isabel Boecker-Kessel informierte die Anwesenden aktuell über die Afrikanische Schweinepest. Die anzeigepflichtige Tierseuche ist eine Viruserkrankung der Schweine, bei der innerhalb von sieben Tagen der Tod eintrete. Für den Menschen sei die Schweinepest ungefährlich. Dr. Boecker-Kessel wies auf die hohen wirtschaftlichen Schäden hin und zeigte die Übertragungswege auf. Zahlreiche Tipps und Anregungen gab Sie den Jägerinnen und Jäger mit auf den Weg, um nicht als unfreiwilliger Vektor in Erscheinung zu treten. Sie empfahl Schwarzwildaufbrüche möglichst an Konfiskat-Sammelstellen zu verbringen, auch dies sei ein wichtiger Schritt zur vorbeugenden Seuchenbekämpfung. Auch die Aujeszkysche Krankheit wurde beleuchtet, denn auch sie stehe im Fokus der Veterinärbehörden im Kontext mit Wildschweinen. Infizierte Hunde oder Katzen sterben zwangsläufig mit der Aufnahme von Fleisch, Aufbrüchen oder Gewebsflüssigkeiten kontaminierter Wildschweine. Wildschweine selbst erkranken an dem Virus nicht, man sieht es ihnen auch nicht an. Sie bat alle sich beim Wildschweinmonitoring einzubringen, das freundliche Veterinäramt stehe immer hilfreich an der Seite ihrer Jägerinnen und Jäger im Landkreis.

Förster und Jäger auf Augenhöhe

Forstdirektor Walter Adamek stellte den aktuellen Stand des forstlichen Gutachtens zur Situation der Waldverjüngung 2018 vor. Die Aufnahmen seien abgeschlossen, die erfassten Daten wurden bereits zur Auswertung weitergeleitet. Er lobte die rege Teilnahme vieler Revierverantwortlicher in ihren Revieren an den Verbißaufnahmen vor Ort. Hier zeige sich deutlich, wie eine Dialog auf Augenhöhe funktioniere. Walter Adamek wünscht sich eine Fortsetzung im Miteinander zwischen Forst und Jagd, auf allen Ebenen. Für das aktuelle Jagdjahr wünscht er seinen Jägern im südlichen Landkreis eine glückliche Hand mit der Bitte, die Rehwildbejagung nicht aus dem Fokus zu verlieren.

Eskalation Absage erteilt

Irritationen verursachte der Versuch des BJV-Vorsitzenden, eine Änderung der behördlichen Programmfolge einzufordern. Landrat Jens-Marco Scherf beendete daraufhin die Hegeschau 2018, da zum Abschluss der Veranstaltung nach Abarbeiten der Tagesordnung keine Fragen mehr vorlagen. Der Landrat bat die Parforcehornbläser, der hohen Kunst der schönen Klänge freien Lauf zu lassen. Somit fand die Hegeschau ein würdiges Ende. Mit großem Applaus bejubelten die Teilnehmer diese würdevolle Darbietung.

Die ersten Zahlen des Jagdjahres 2017/2018

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Quelle: Churfrankenjäger

Von den ca. 70.000 Jagdscheininhaber sind im Bayerischen Jagdschutz Verband (BJV) etwa 44.500 Jagdscheininhaber organisiert. Sie wiederum sind in einer der 160 Kreisjägerschaften, Jagdvereine oder Kreisgruppen zugehörig.

 

Rehwildstrecke im Jagdjahr 2016/2017 der Hegegemeinschaft 2

Schwarzwildstrecke im Jagdjahr 2016/2017 der Hegegemeinschaft 2

Rehwildstrecke im Jagdjahr 2016/2017 der Hegegemeinschaft 3

Schwarzwildstrecke im Jagdjahr 2016/2017 der Hegegemeinschaft 3

Rotwildstrecke im Jagdjahr 2016/2017 in der Hegegemeinschaft 3         

Rotwild: 1 Alttier, 1 Kalb;

Muffelwildstrecke im Jagdjahr 2017/2017 in der Hegegemeinschaft 3

2 IIa Muffelwidder, 2 Altschafe, 3 Muffellämmer;

 

Gehörnzettel hier zum Herunterladen: http://pdf-ins-internet.de/?p=32775

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