Besonnen handeln, denn Panik ist ein schlechter Berater in ASP-Zeiten. Verzehr von leckerem Wildschweinfleisch schützt unser urigstes heimisches Wild vor der Afrikanischen Schweinepest. Jagen statt klagen.
ASP-Einsatz: Wer haftet für Unfälle bei der Kadaversuche?
Quelle und Verfasser: Jagderleben. Wenn der Staat uns Jäger verpflichtet, Kadaver zu beseitigen und andere Maßnahmen zur ASP-Prävention vorzunehmen – wer haftet eigentlich, falls dabei etwas passiert? Nach den kontroversen Diskussionen beim Deutschen Jagdrechtstag 2019 um die Frage, wer haftet, wenn die öffentliche Hand die Jäger verpflichtet, Kadaver zu beseitigen und andere Maßnahmen zur Prävention der Seuchenverbreitung vorzunehmen, hat Dr. Dirk van der Sant von der Gothaer Versicherung bei der für alle Jäger zuständigen Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft nachgefragt, ob diese denn für Schäden eintritt.
Die antwortete wie folgt: „Für die Beurteilung des Versicherungsschutzes kommt es wie immer auf die konkreten Umstände des Einzelfalles an, um den Versicherungsschutz prüfen zu können.“ Hier endet die Zuständigkeit
Dennoch möchte ich (Anm. Redaktion: "Jagderleben") versuchen, Ihnen einen kurzen Überblick zum Versicherungsschutz im Zusammenhang mit der ASP zu geben: Die Beseitigung von Wildkadavern (Fallwild) im Revier ist eine grundsätzliche Aufgabe des Jagdunternehmers. Sie fällt in den Bereich der Hege- und Pflegemaßnahmen, und die damit verbundenen Tätigkeiten sind über § 2 Abs. 1 Nr. 5 Buchst. a SGB VII grundsätzlich in der Landwirtschaftlichen Unfallversicherung (LUV) versichert. Die mit diesen Tätigkeiten beauftragten oder daran beteiligten Helfer unterliegen ebenfalls grundsätzlich dem Unfallversicherungsschutz in der LUV, wenn sie diese Aufgaben entweder nach § 2 Abs. 2 SGB VII arbeitnehmerähnlich oder nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII als im Jagdunternehmen angestellte Arbeitnehmer erledigen.
Nach Auffassung der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) ist die Zuständigkeit in der Landwirtschaftlichen Unfallversicherung jedoch nicht (!) mehr gegeben, wenn die Beseitigung von Wildkadavern auf Veranlassung staatlicher Stellen aus seuchenhygienischen Gründen durchgeführt werden muss. Das Revier ist durch die tierseuchenrechtlichen Anordnungen „gemaßregelt“ und die „Revierhygiene“ damit unmittelbare Folge dieser Anordnungen. Die „Maßregelung“ führt rechtlich im Weiteren dazu, dass der Jagdunternehmer und die von ihm zur Aufgabenerledigung eingesetzten oder beteiligten Helfer durch die anordnenden staatlichen Stellen im Rahmen der Gefahrenabwehr beauftragt sind, verendete
Tiere aus dem Revier zu entsorgen und unterliegen dem Unfallversicherungsschutz nach § 2 Abs. 1 Nr. 13 Buchst. a SGB VII. Dem folgend ist die Unfallversicherung durch die zuständige Unfallkasse durchzuführen, der Fall wäre dahin abzugeben.
Aktuell werden im Zuge der ASP-Seuchenabwehr auch eigens für diesen Notfall von den zuständigen staatlichen Stellen ausgearbeitete Maßnahmenpläne umgesetzt, die den Einsatz von Bergungstrupps vorsehen. Die Bergungstrupps werden von den staatlichen Stellen organisiert und mit Fachleuten besetzt und haben die Aufgabe, in den Jagdbezirken die Wildkadaver zu beseitigen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Seuchengefahr geringzuhalten oder zu beseitigen und den Übersprung auf andere Regionen oder die Nutzschweinbestände zu verhindern.
Rechtstipp
SCHRIFTLICHE BESTÄTIGUNG EINHOLEN!
Der/ die verpflichteten Jäger/ in sollte sich also von der Behörde unbedingt eine schriftliche Bestätigung darüber geben lassen, dass ihn/ sie diese von sämtlichen Schadensersatzansprüchen Dritter freistellt und ihn/ sie im Falle eines Arbeitsunfalls nach den gesetzlichen Vorgaben absichert beziehungsweise entschädigt. Das gilt im Übrigen genauso für den Aufwendungsersatz für Fahrten, Kleidung und sonstiges Einsatzgerät.
Unfallkassen anstatt der LUV Jagdunternehmer und auch andere Jagdausübungsberechtigte, wie Begehungsscheininhaber, Jagderlaubnisnehmer, beglaubigte Jagdaufseher und Förster, sind regelmäßig wegen ihrer fachlichen Kompetenz und der Orts- und Revierkenntnisse in die Bergungs- und Entsorgungsmaßnahmen eingebunden und deshalb aktiver Bestandteil der Bergungstrupps.
Die in den Bergungstrupps eingesetzten Jagdunternehmer und Jagdausübungsberechtigten unterliegen bei den Bergungsarbeiten (Wildkadaverbeseitigung) und damit im Sachzusammenhang stehenden Tätigkeiten nicht dem Unfallversicherungsschutz in der LUV, sondern die Durchführung der Unfallversicherung fällt in die Zuständigkeit der Unfallkassen. Personelle Zusammenstellung der Bergungstrupps und Durchführung der Aufgaben erfolgen auf Anordnung respektive Weisung der für die Durchführung des Maßnahmeplans zuständigen staatlichen Stellen (Ministerium und untergeordnete Stellen, bis hinunter zu Kreisverwaltungsbehörden und Ähnliche). Die daraus resultierenden Tätigkeiten zur Wildkadaverbeseitigung stehen nicht mehr im sachlichen Kontext einer (jagd)unternehmerischen oder unternehmensbezogenen Handlung oder Aufgabe, sondern sind im unmittelbaren Sachzusammenhang mit dem an den Bergungstrupp erteilten öffentlichen Auftrag zu beurteilen.
Die angeordnete Handlung dient einem öffentlichen Interesse (Tierseuchenschutz; keine Individualinteressen), und Auftraggeber bzw. Verpflichtender ist eine öffentliche Stelle. Pflichten öffentlicher Auftraggeber Damit liegen die Voraussetzungen für einen Unfallversicherungsschutz bei Dienstleistungen im Bergungs- und Entsorgungstrupps gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 11 Buchst. a SGB VII vor. Die Zuständigkeit liegt bei den UV-Trägern der öffentlichen Hand, nicht bei der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft. Fazit: Wer sich also von der öffentlichen Hand verpflichten lässt, die Kadaver zu beseitigen, der sollte sich darüber im Klaren sein, dass die gesetzliche Unfallversicherung keinen Versicherungsschutz anbietet. Gleiches könnte wohl auch für die Jagdhaftpflichtversicherung gelten.
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Gegen ASP-Verschleppung: Vorbeugende Biosicherheit bei der Jagd
Von Univ. Doz. Dr. Armin Deutz am Donnerstag vom 22.10.2020
Die Afrikanische Schweinepest ist da. Wie kann man dagegen tun und wie im Ernstfall mit der gefährlichen Seuche umgehen?
Nachdem die Afrikanische Schweinepest in Deutschland aufgetreten ist, müssen unbedingt entsprechende Biosicherheitsmaßnahmen bei der Jagd eingehalten werden. Die jeweilig auszuwählenden Maßnahmen sind abhängig von örtlichen Gegebenheiten, wie Nähe zu einem Seuchengebiet, Schwarzwild- und Hausschweinedichte oder topografischen Verhältnissen.
Allgemeines zur Desinfektion
Für die Reduktion und Eliminierung von Krankheitserregern sind Hygienemaßnahmen wie Reinigung und Desinfektion erforderlich. Die Wirksamkeit einer Desinfektion ist nicht nur von der Auswahl und Anwendung geeigneter Desinfektionsmittel, sondern vor allem von der Gründlichkeit aller vorherigen Reinigungsmaßnahmen abhängig. Der erreichte Reinheitsgrad der Oberflächen ist für den Wirkungsgrad der anschließenden Desinfektion bestimmend.
Deshalb muss durch Reinigung möglichst Schmutzfreiheit erreicht werden. Bevorzugt zur Reinigung wird, wenn vorhanden, Heißwasser (60–70 °C), da beispielsweise angetrocknete Losung oder angetrockneter Schweiß stark haftet. Durch den hohen Gehalt an Eiweiß und Mineralstoffen kommt es zur festen Verbindung der Erd- und Losungsteile mit Oberflächen. Deshalb müssen durch das Einweichen verschmutzter Oberflächen mit Heißwasser Quellvorgänge in den Schmutzpartikeln erzeugt werden, die ein Ablösen bewirken. Dieser Vorgang wird durch den Zusatz von Lösungsmitteln zu Kalt- oder Heißwasser gefördert.
Die meisten Desinfektionsmittel, die heute angeboten werden, enthalten Aldehyde als Wirkstoff. Aldehydhaltige Präparate wirken gut gegen Bakterien, Pilze, Viren und sind materialschonend. Nachteile sind die lange Einwirkungsdauer und ihre schlechte Wirkung bei niedrigen Temperaturen. Weitere Wirkstoffe für die Desinfektion sind z.B. Jodophore, organische Säuren und Phenole.
Gegen ASP-Viren sind folgende Desinfektionsmittel wirksam: Natriumhypochlorid, Jod, quaternäre Ammoniumverbindungen, Wasserstoffperoxyd, Aldehyde, organische und oxydierende Säuren, Kalzium- und Natriumhydroxyd. Registrierte handelsübliche Desinfektionsmittel sind beispielsweise Virocid, Virkon, Ecocid.
Reinigung ist die möglichst vollständige Beseitigung von Schmutz (Kot, Einstreu, Staub) aus Stallräumen und von Einrichtungsgegenständen. Eine gründliche Reinigung ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Desinfektion.
Desinfektion ist die gezielte Vernichtung beziehungsweise Verminderung von unerwünschten Krankheitserregern, wodurch deren Übertragung verhindert wird. Eine Desinfektion ist nur nach vorheriger gründlicher Reinigung wirkungsvoll! Ziel der Desinfektion ist ein lückenloser, fest haftender, dünner Flüssigkeitsfilm auf allen behandelten Oberflächen. Hauptfehler bei der Desinfektion sind ungenügende Vorreinigung, Unterdosierung (Rechenfehler), zu kurze Einwirkzeit oder für die jeweiligen Erreger oder Materialien ungeeignetes Desinfektionsmittel.
Desinfektionswannen und Desinfektionsmatten (z.B. am Eingang zu Wildkammern) müssen so angelegt werden, dass sie nicht umgangen werden können. Flache Wannen werden mit Gummi oder Rosten ausgelegt. Der Gummi soll mit der Oberkante abschließen. Die Roste müssen so tief liegen, dass ein intensiver, auch seitlicher Kontakt der Stiefel mit dem Desinfektionsmittel gewährleistet ist.
Da Schmutz die Wirkung von Desinfektionsmitteln erheblich beeinträchtigt, ist die Stiefeldesinfektion nur wirkungsvoll, wenn die Stiefel vor dem Betreten der Desinfektionsmatte sauber sind. Außerdem ist zu beachten, dass die Keime keineswegs schlagartig beim Eintauchen der Stiefel absterben. Das Desinfektionsmittel ist ständig nachzufüllen und zumindest jede Woche zu erneuern.
Biosicherheit Einzeljagd - nach dem Schuss – Wildtransport, Wildkammer und Wildbret
Hohes Risiko der Seuchenverschleppung durch einen unhygienischen Transport erlegten Wildes in Privatfahrzeugen beachten. Ausreichend große, desinfizierbare Wildwannen anschaffen.
Hygienemaßnahmen in Wildkammern und Sammelstellen (Betreten nur durch Befugte, Desinfektionswanne an Ein-/Ausgängen, Informationstafeln zu Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen).
Reinigungs- und Desinfektionsmöglichkeit für Wildwannen, Messer und Sägen schaffen.
Entsorgungscontainer für Aufbrüche, Organe und tierische Abfälle aufstellen.
Reinigungs- und Desinfektionsmöglichkeit für Schuhwerk am Ein-/Ausgang von Wildsammelstellen, an die auch Schwarzwild abgeliefert wird.
Mittel und Sicherheit
Von der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG) wurden Desinfektionsmittel auf ihre Wirkung gegen Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten untersucht. Geprüfte und für wirksam befundene Mittel werden in einer Liste veröffentlicht. Darüber hinaus prüft die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) die Anwendungseigenschaften und verleiht das DLG-Gütezeichen.
Der Umgang mit Desinfektionsmitteln ist nicht ungefährlich. Zum Beispiel kann häufiger Kontakt mit manchen Desinfektionsmitteln zu Hauterkrankungen und Allergien führen. Besondere Sorgfalt ist bei der Lagerung (für Kinder unerreichbar), Handhabung und Beseitigung erforderlich. Die Aufbewahrung muss in gut gelüfteten und kühlen Räumen erfolgen.
Gebrauchsverdünnungen sind möglichst kurz vor dem Ausbringen in sauberen Gefäßen anzusetzen. Immer ist die wirksame Substanz dem Wasser, das Trinkwasserqualität haben muss, zuzufügen und nicht umgekehrt! Die Konzentrationsangaben der Hersteller sind unbedingt zu beachten. Die meisten Desinfektionsmittel brauchen Wasser zu ihrer Wirkung. Daher dürfen Flächen nicht abtrocknen, solange die Desinfektionsmittel wirken sollen.
Weiter gedacht - Zusätzliche Maßnahmen
Zusätzlich zu den im Rahmen der Einzeljagd zu berücksichtigenden Biosicherheitsmaßnahmen kommen weitere spezifische Maßnahmen dazu:
Wenn möglich, zentrale Aufbruchplätze einrichten, Betreten der Aufbruchplätze nur von wenigen Personen.
Aufbrüche von Schwarzwild seuchensicher entsorgen (z.B. TKV-Container am Aufbruchplatz).
Stiefeldesinfektion und Desinfektion der verwendeten Geräte bei Verlassen des Aufbruchplatzes.
Plätze für die Streckenlegung sollten so gewählt werden, dass sie nach der Streckenlegung nicht von Schwarzwild aufgesucht werden können.
Reinigung und Desinfektion der für den Wildtransport verwendeten Fahrzeuge und Wildwannen.
Quelle: Jagderleben
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Unser Miltenberger Wald in Zahlen
Keine Frage, unser Wald leidet. Neben den Negativschlagzeilen der letzten Monate gibt es aber auch Sensationen um den Wald in unserer Region
So steht der höchste Baum Bayerns in Churfranken: Mit über 60 Metern Höhe wurden im Spessart insgesamt vier Douglasien gescannt. Die höchste erreicht 63,33 Meter und steht im Staatswald des Forstbetriebs Rothenbuch, in einem Seitental des Mains in der Gemeinde Collenberg. Der zweithöchste Baum ist ebenfalls eine Douglasie, sie steht 25 Kilometer entfernt im gemeindefreien Gebiet Forst Lohrerstraße und ist nur 2 cm niedriger. Auch die bislang als höchster Baum Bayerns geltende Douglasie wächst im Spessart, ist jedoch einen ganzen Meter kleiner und besetzt damit den dritten Platz.
Mit einem Alter zwischen 105 und 108 Jahren, einem Brusthöhendurchmesser von 98,5 cm geht der Titel des „höchsten Baumes Bayerns“ derzeit nach Unterfranken. Die Douglasie hat ihre Heimat an der Westküste Nordamerikas, wo sie Höhen bis zu 90 Meter, manchmal auch darüber, erreichen kann. In Bayern wird die Nadelholzbaumart seit ca. 120 Jahren angebaut, ist jedoch aktuell nur mit 1 % an der Baumartenzusammensetzung beteiligt. Beim Waldumbau ist sie als Mischbaumart auf geeigneten Standorten eine gute Alterative, zum Beispiel dort, wo die heimischen Nadelhölzer Fichte und Kiefer durch den Klimawandel an ihre Grenzen kommen.
Die größten Stadtwälder in Bayern - Unser Stadtwald Miltenberg rangiert auf Platz 4
Schon an vierter Stelle rangiert unser Stadtwald Miltenberg mit rund 3.000 ha, gefolgt von Lohr, Alzenau und Amorbach (2.661 ha). An erster Stelle steht der Augsburger Stadtwald mit rund 7.679 ha, gefolgt von München und dem Lohrer Stadtwald. Überhaupt ist unser Bayernland mit Waldreichtum gesegnet. Kein anderes Bundesland verfügt über so viel grüne Lungen. Unser „Freistaat Bayern“ ist mit ca. 778.000 ha der mit Abstand größte einzelne Waldbesitzer Deutschlands. Die Bayerischen Staatsforsten bewirtschaften mit ihren rund 2.700 Beschäftigten 11,4% der Landesfläche. In Bayern befindet sich mehr Wald in Landesbesitz, als in Hessen (No. 2) und Niedersachsen (No. 3) zusammen.
Dabei ist der Anteil des Landeswaldes an der gesamten bayerischen Waldfläche mit 29,8% noch nicht einmal besonders hoch, sondern liegt recht nah am bundesdeutschen Durchschnitt (29,0%). Aber mit 2,6 Mio. ha ist Bayern einfach das mit Abstand größte Waldland Deutschlands. Mehr als ein Fünftel (22,8%) des bundesdeutschen Waldes ist bayerisch. Unter dem Aspekt der Wald-Besitzstruktur ist Landeswald auch deswegen interessant, weil jede Entscheidung hier deutlich weitreichendere Folgen besitzt, als wenn der größte private Waldbesitzer, oder der größte kommunale Waldbesitzer etwas beschließt. Dreht Bayern oder Hessen an der Holzpreisschraube, dann knirscht es im Gebälk.
Die Bedeutung des bayrischen Waldes wird deutlich, wenn man den Privatwald betrachtet. Bayrische Privatwald-Besitzer bewirtschaften absolut gesehen mehr Wald, als das flächenmäßig zweitgrößte „Waldland“ Baden-Württemberg insgesamt aufweist.
Die größten Privatwaldbesitzer
Die größten deutschen Privateigner von Wald sind mit Ausnahme der Constantia Forst GmbH, der Bofrost-Stiftung und der Blauwald GmbH allesamt Adelsfamilien. Kleine Randbemerkung: Die deutsche „No.1“, die Thurn und Taxis, würde in Österreich gerade einmal Platz 5 belegen. Von einem Vergleich mit dem größten privaten Waldeigentümer in Europa abgesehen, die Elchjäger unter uns haben dort vielleicht schon gejagt: Die Svenska Cellulosa Aktiebolaget kurz „SCA“ (Tempo, Zewa, Danke etc.) aus Schweden besitzt 2,6 Mio. ha. Das entspricht dem 130-fachen der Waldfläche derer zu Thurn und Taxis.
Zum Vergleich: Der gesamte Waldbestand des Freistaates Bayern umfasst ebenfalls 2,6 Mio ha. Thurn und Taxis verfügen mit knapp 20.000 ha über den größten Privatwaldbesitz in Deutschland.
Christian Erbprinz zu Fürstenberg, sein Waldbesitz umfasst ca. 18.000 ha. Zwei Drittel der Waldflächen befinden sich im Schwarzwald. Er besitzt darüber hinaus Wälder in Kanada und Österreich. Die preußischen Hohenzollern verwalten 15.000 ha, davon entfallen 12.800 ha auf das Bundesland Baden-Württemberg und 2.200 ha auf Bayern. Unsere regionalen Fürstenhäuser haben auch viel zu bieten. Das Fürstlich-Löwenstein’sche Forstamt bewirtschaftet im Spessart (Forstamt Einsiedel) und im Odenwald (Forstamt Hainhaus) eine Waldfläche von ca. 7.000 ha. Die Fürstlich Löwenstein-Wertheim-Freudenberg’sche Verwaltung notiert 4.448 ha fürstliche Wälder. Schaut man nach Erbach in die Gräflich-Erbach-Fürstenauische Verwaltung, bewirtschaftet der Forstbetrieb dort eine Gesamtfläche von 4.250 ha, davon 4.212 ha Forstbetriebsfläche. Die familieneigenen Flächen liegen zu 100 Prozent im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald.
Waldwert ermitteln
Stand 2018. Wenn man einen verkaufswilligen Waldbesitzer gefunden hat, steht die Frage des Waldwertes im Raum. Der Regelfall ist, dass auch der Waldverkäufer nicht weiß, was sein Waldstück wirklich wert ist. Der Grund ist dem Umstand geschuldet, dass Wald sehr selten gehandelt wird, es fehlen Erfahrungswerte. Zudem ist Wald meist seit Generationen im Familienbesitz. Der aktuelle Besitzer hat das Waldstück meist nicht gekauft, sondern geerbt. Selbst wenn tatsächlich einmal der Wert eines Waldstücks abgeschätzt wurde, ist dieser Wert Jahre später durch variieren von gestiegene Boden- oder gefallenen Holzpreisen oder dem Holzzuwachs neu zu taxieren.
Verkaufsverhandlungen sollten immer vom Waldwert ausgehen. Der Waldwert setzt sich aus dem Bodenwert und dem Wert für den Waldbestand bzw. Holzbestand zusammen. Da Laien kaum über Erfahrungswerte verfügen dürften, sollte man hier unbedingt die Hilfe eines Fachmannes hinzuziehen. Man kann beim zuständigen Forstamt auch über fremde Waldgrundstücke ein sogenanntes Wertermittlungsgutachten in Auftrag geben. Das forstliche Gutachten wird von einem qualifizierten Forstbeamten erstellt und folgt den gesetzlich vorgegebenen Waldbewertungsrichtlinien. Bei der Ermittlung des Verkehrswertes wird aus dem Boden- und dem Bestandswert nach dem sogenannten Alterswertfaktorenverfahren unter Berücksichtigung objektspezifischer Zu- und Abschläge der Verkehrswert hergeleitet. Hierzu werden Lage, Zustand, Nutzungsmöglichkeiten, Erreichbarkeit und Befahrbarkeit der Fläche sowie Baumarten, Alter, Leistungsfähigkeit und Güte des Bestandes herangezogen bzw. eingeschätzt.
Aber Vorsicht
Diese Waldwertgutachten fallen regelmäßig zugunsten des Waldverkäufers aus. Wenn der Förster den Wert des Holzbestandes ermittelt hat, ist das natürlich nicht falsch. Aber man kauft ein Waldstück ja nicht um es danach gleich vollständig abzuholzen. Nur so könnte der Im Gutachten ermittelte Wert des Holzes am Markt auch realisiert werden. Wenn man, wie in der Praxis üblich, immer nur einen Teil des Holzes entnimmt, muss man mit Mindermengenabschlägen rechnen und trägt im Zeitverlauf auch das Risiko von Sturmschäden. Dann kostet das Aufarbeiten des Holzes mehr und die Erlöse sinken mit den niedrigen Holzpreisen nach einem Sturm.
Die Nebenkosten eines Waldkaufs (ca. 10% vom Kaufpreis) werden ebenfalls nicht in einem Waldwertgutachten berücksichtigt. Wer Wald also nach dem Wert eines Gutachtens bezahlt, kauft tendenziell zu teuer. Keine allgemeingültigen Waldpreise: Vorsicht vor Pauschalaussagen wie „Fichtenwald kostet rund 1,00 €/m²“. Die regionalen Unterschiede sind in Deutschland riesig! Wald in der Nähe von Ballungszentren ist generell teurer als „inmitten der Pampa“. Süddeutschland hat tolle Wälder, aber allgemein auch abstrus hohe Waldpreise. Wenn in Bayern tatsächlich einmal ein Waldstück zum Verkauf steht, sind 6,00- 8,00 €/m² (2018) inzwischen keine Seltenheit mehr. Mit dem Holzwert sind solche Preise nicht zu rechtfertigen, denn für z.B. Fichtenholz bekommt ein Waldbesitzer in Bayern auch nicht mehr, als in Rheinland-Pfalz. In den neuen Bundesländern hat die Treuhand mit den seinerzeit zu Tiefstpreisen verschleuderten Flächen die Waldpreise auf Jahrzehnte belastet. Hier bekommt man veritablen Wald immer noch zum „Schnäppchenpreis“. Windwurfgefährdete Flächen mit der falschen Ausrichtung kosten weniger, als windgeschützte Lagen mit der perfekten Ausrichtung. etc. etc.
Holzbestand mit dem größten Preishebei
Grundsätzlich sollte man sein Augenmerk auf den Holzbestand eines Waldstückes legen. Dann kann man nie groß danebenliegen. Wenn man den Bodenwert z.B. mit 0,30 €/m² ansetzt, obwohl 0,25 €/m² der richtige Wert gewesen wären, hat man zwar 20% zu viel angesetzt, aber auf einen Hektar betrachtet (10.000 m²) macht das gerade einmal 500 € aus. Verschätzt man sich aber beim Holzbestand und nimmt an, dass z.B. ein Fichtenwald 300 fm/ha Holz hat, obwohl es nur 250 fm/ha sind, hat man zwar wieder 20% danebengelegen, aber der Wert der Differenz von 50 fm Fichtenstammholz liegt aktuell abzüglich aller Ernteverluste sowie Ernte- und Rückekosten bei rund 2.500-3.000 €.
Fortsetzung folgt
Quelle: Waldwissennet; AFZ; forstpraxis; AFZ-DerWald; proWALD;
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Der Deutsche Verband für Jagdmedizin empfiehlt seinen Medizinischen Ratgeber:
Medizinischer Ratgeber für JAGDLEITER Zur Vorbereitung und Durchführung von Gesellschaftsjagden
a) Vorbereitung:
• Bestimmung der nächstgelegenen Rettungspunkte/Anfahrtspunkt(e) für Rettungsfahrzeuge (bzw. alternative Definition eines markanten Anfahrtspunktes für Rettungswagen); Kontrolle, ob diese mit Fahrzeug/Geländewagen aus dem Revier bzw. von dort weiter ins Revier passierbar sind
• Handynummer der Jagdteilnehmer mit medizinischer Ausbildung zur Jagd mitführen (als Jagdleiter)
• Funkgeräte für Jagdleiter und Ansteller/revierkundige Personen? (wenn eingeschränkter Handyempfang im Revier, Frequenz festlegen und überprüfen)
• Bestimmung der GPS-Koordinaten für mögliche nächstgelegene Hubschrauberlandungen, ggf. Laminierung für Ansteller oder sogar jeden Jagdteilnehmer veranlassen
• Vorbereitung einer topographischen Revierkarte mit farbiger Einzeichnung des Handyempfangs – am besten individuelle Ausgabe an alle Jagdteilnehmer mit Kennzeichnung des jeweiligen Standes
• Name und Telefonnummer des nächstgelegenen diensthabenden Tierarztes am Jagdtermin?
• Welches ist die nächste diensthabende Tierklinik am Jagdtermin?
• Notfalltasche auf Inhalt, Vollständigkeit und Ablaufdatum des Inhaltes kontrollieren und am Tag der Jagd mitführen (am besten jederzeit, z.B. im Jagdrucksack)
b) Jagdeinladung:
• Hinweis, dass alle Jagdteilnehmer (sollten sie betroffen sein) eine Liste ihrer Vorerkrankungen, eine aktuelle Medikamentenliste und ggf. ihren Allergie-Pass mitführen sollten (am besten wasserdicht verstaut, z.B. in Gefriertüte)
• Handynummer des Jagdleiters aufführen (für alle Jagdteilnehmer, als Kontaktperson zur organisatorischen Koordination)
• Topographische Revierkarte mit farbiger Einzeichnung des Handyempfangs – am besten individuelle Ausgabe an alle Jagdteilnehmer mit Kennzeichnung des jeweiligen Standes
• Auflistung Rettungspunkte/Anfahrtspunkt(e) für Rettungsfahrzeuge (bzw. alternative Definition eines markanten Anfahrtspunktes für Rettungswagen)
• Hinweis: alle Jagdteilnehmer sollten zur Jagd ein Handy mitführen Stiller c) Jagdansprache:
• Kurzes Resümee Ablauf der kardiopulmonalen Reanimation (Basic Life Support, BLS) gemäß des European Resuscitation Councils (ERC)
• Bei Absetzen eines Notrufs folgende 5 Punkte (5 W´s): Wer, Wo, Wann, Wieviele Verletzte sind beteiligt, Warten - erst auflegen, wenn dies von der Rettungsleitstelle explizit gesagt wird
• Bekanntgabe der Notrufnummer 112 als europaweit gültige Notrufnummer § Handynummer Revierleiter als Ansprechpartner
• Auflistung Rettungspunkte/Anfahrtspunkt(e) für Rettungsfahrzeuge (bzw. alternative Definition eines markanten Anfahrtspunktes für Rettungswagen)
• Ausgabe GPS-Koordinaten für mögliche nächstgelegene Hubschrauberlandungen an alle Jagdteilnehmer (am besten laminiert)
• Gibt es eine Notfalltasche, wo befindet sich diese, wer führt diese mit?
Hier der Link zum pdf: http://www.jagdmedizin.de/images/Med_Ratgeber__JAGDLEITER_Gesellschaft.pdf
Hier der Link zur Website: http://www.jagdmedizin.de/
Hier können Sie sich die Karte Rettungspunkte im südlichen Landkreis Miltenberg herunterladen und ausdrucken. Bestenfalls im DIN A3-Format. Die Karte ist so aufwändig ausgearbeitet, dass meist alle Wald-Hauptwege sichtbar sind:
http://pdf-ins-internet.de/rettungspunkte-forst-miltenberg/
oder hier:
http://pdf-ins-internet.de/dateien/Hegemagazin-Ausgabe-2-Karte-Rettungspunkte-Beileger-1.pdf
Leben retten im Jagdrevier - Rettungskette Forst
Nicht nur wir Jägerinnen, Jäger und Förster sind durch unsere vielfältigen Tätigkeiten in Wald und Flur stets einem erhöhten Unfallrisiko ausgesetzt, sei es beim Hochsitzbau oder auf Gesellschaftsjagden, bei der Nachsuche auf krankes oder wehrhaftes Wild. Auch Erholungssuchende, Extremsportler, Leseholzsammler oder Selbstwerber sind erheblichen Gefahren ausgesetzt. Trotz gezielter präventiver Maßnahmen kommt es immer wieder zu schweren, oftmals lebensbedrohlichen Unfällen und Verletzungen. Um in solchen Stresssituationen ruhig und strukturiert zu handeln, sollten wir alle die Rettungspunkte in unseren Revieren kennen. Und denken Sie alle stets daran, bei Alleinarbeit im Jagdrevier oder bei Waldarbeiten ist eine wirksame und schnelle Erste Hilfe in unseren Revieren eher unwahrscheinlich.
Da sich diese Unfälle in der Regel in wenig erschlossenen Gebieten ereignen und diese Orte in einer Notfallsituation verbal oft schwer zu beschreiben sind, finden Rettungskräfte den Unfallort häufig nicht selbständig. In den überwiegenden Fällen ist es notwendig, die Rettungskräfte durch Dritte zum Unfallort zu führen. Die Hegegemeinschaften Eichenbühl und Miltenberg haben diesbezüglich eine Karte gestaltet, die auf die Rettungspunkte im südlichen Landkreis Miltenberg hinweisen. Eine Karte sollte ständig im Revier griffbereit liegen, versehen mit den wichtigen Telefonnummern für den Notfall.
Wenn möglich, so sichern Sie als erstes die Unfallstelle und versorgen als nächstes den Verletzten. Setzen Sie anschließend einen Notruf (112) mit der Bezeichnung des nächstgelegenen erreichbaren Rettungstreffpunktes ab. Wenn möglich, begeben Sie sich dann zu diesem Rettungstreffpunkt, um auf den Rettungsdienst zu warten. Ihre Aufgabe ist es nun, den Rettungsdienst auf dem schnellstmöglichen Weg zum Verletzten zu lotsen. Sie können damit auch einen weiteren Helfer der vor Ort beauftragen und bleiben selbst beim Verunfallten.
App "Hilfe im Wald"
Mit einer kostenlosen Smartphone-App können die Rettungstreffpunkte auch per Handy schnell abgerufen werden. In den bekannten App-Stores steht die App "Hilfe im Wald" für alle Betriebssysteme zum Download bereit (Android, WindowsPhone und Apple iOS).
Bitte nutzen Sie nach Möglichkeit die App vor der Waldarbeit oder sonstigen Aktivitäten, um sich über nahe Rettungstreffpunkte zu informieren. Wird die App erst im Notfall gestartet, kann dies wertvolle Zeit kosten. Beachten Sie bitte: Bei fehlendem GPS-Empfang werden keine Rettungstreffpunkte angezeigt.
http://www.kwf-online.de/index.php/wissenstransfer/waldarbeit/83-rettungspunkte-uebersicht
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Wir Jägerinnen und Jäger sind staatlich geprüfte Naturschützer, die Umwelt liegt uns sehr am Herzen. So sind wir uns nicht zu schade und räumen unserer Umwelt zuliebe die Hinterlassenschaften beiseite, die andere achtlos in der Natur zurücklassen
Immer wieder eine traurige Bilanz: Müll-Sammelaktionen im Landkreis Miltenberg-Obernburg 2018
Am 7. April wurde in der Region Müll und Unrat zusammengetragen. Auch Jägerinnen und Jäger waren fleißig beim "Aufräumen", Highlight´s gibt es immer, so waren es heuer in einem Revier zwei auslaufende und stark zersetzte Altbatterien, vermutlich von LKW`s.
An einem Parkplatz lag trotz riesigem und aufwändig installiertem Hinweisschild - leider nur einsprachig - ein gelber Sack mit leeren Plastikverpackungen. Darin verbargen sich Wurstreste, Obstreste und aufgerissene Platsikverpackungen.
Der Frühling kommt, der Unrat geht auch 2018
Unsere Bitte an alle Jägerinnen und Jäger: Engagieren Sie sich für eine saubere Natur in ihren Revieren. Wie schon seit etlichen Jahren beteiligen sich im kommenden Frühjahr wieder Jägerinnen und Jäger im Landkreis Miltenberg, illegal und achtlos weggeworfenen Unrat, sonderbare Fundstücke oder auch gefährlichen Sondermüll zu sammeln, um den Müll einer fachgerechten Entsorgung zuzuführen. Auskünfte zu Sammelterminen und Müllabgabestellen erteilen Gemeinden und das Landratsamt Miltenberg. Die Ergebnisse dieser Umweltaktion betrachten wir mit einem weinenden und einem lachenden Auge, denn schnell kommen in den Revieren Kubikmeter Unrat zusammen. Am Ende ist das Erstaunen groß, wenn säckeweise Plastikabfälle, Autoreifen oder stattliche Berge von Metallschrott auf den Sammelplätzen im Landkreis angeliefert werden. Im Müll steckt in vielfacher Hinsicht hohes Gefährdungspotential für alle Tiere. Diese können sich an den Gegenständen ernsthafte Verletzungen zuziehen oder sie fressen einzelne Teile, etwa Plastiktüten. Sie verstopfen die inneren Organe und führen dazu, dass die Tiere qualvoll verenden. Auch Netze, Stachel- oder Maschendrahtreste werden zur tödlichen Falle für Tiere. Finden wir Farb-, Öl- oder Chemikalienreste die das Erdreich bereits kontaminiert haben, sollten Fachkräfte der Feuerwehren um Hilfe gebeten werden. Finden wir Hinweise, die zu den Umwelttätern führen, stellen wir diese sicher, fotografieren den Tatort und informieren unsere Revierleiter oder die Polizei. Für die Täter führt jede Art der illegalen Müllentsorgung zu harten Konsequenzen und ziehen mindestens hohe Geldbußen nach sich. Denken Sie auch persönlich daran, welche Gefahren beim Bergen von Müll ausgehen können, etwa bei Stacheldraht oder Chemikalien, bei zerborstenen Gläsern oder schweren Gegenständen. Sie alle leisten durch ihre Mithilfe einen wertvollen und unbezahlbaren Beitrag zum Schutz unserer Natur und den darin lebenden Tieren. Die Redaktion würde sich über Bilder und Kommentaren zu spektakulären Funden sehr freuen, die eventuell in der Tagespresse Würdigung finden könnten.
Schutzmaßnahmen gegen Wildschäden - ohne Waffe
Der beste Schutz gegen Verbiss- und Fegeschäden an Forstpflanzen sind angepasste Wildbestände, es gelingt aber auch ohne Waffe. Eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Jägern und Waldeigentümer ist nicht nur entspannend, sie sorgt auch für ehrliche Dialoge auf Augenhöhe. Ein Beispiel hierfür war ein gemeinsamer Revierbegang von Revierverant-wortlichen und Revierleitern im Stadtwald Miltenberg, Waldabteilung Haber-zelle. Schnell wurden situationsbezogene Lösungen vereinbart. Neben dem Stellen von Ansitzleitern wurden junge Douglasien-Forstkulturen, verteilt auf mehreren Flächen mit relativ geringen Pflanzenzahlen, kostenlos durch Jägerhand gegen Verbiss und Verfegen geschützt.
Bildquelle: Churfrankenjäger Herbst 2016
Bildquelle: Churfrankenjäger Februar 2018
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Funde tropischer Zeckenarten beunruhigen Fachleute
Bildquelle: Universität Hohenheim, L. C. Dobler: Linke Abbildung zeigt die heimische Zecke, rechts die tropische Zeckenart der Gattung Hyalomma
Ein Team der Uni Hohenheim und des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr bestätigt 7 Funde der Gattung Hyalomma. Eine Zecke trug den gefährlichen Zecken-Fleckfieber-Erreger in sich. Die Zahl klingt indessen überschaubar, doch bei den Forschern lässt sie die Alarmglocken schrillen. Sie befürchten, dass sich die Blutsauger hier etablieren könnten. Gefunden wurden drei an einem einzigen Pferd, eine an einem Schaf und drei weitere auch an drei einzelnen Pferden. Bisher gab es lediglich zwei Einzelfunde in den Jahren 2015 bis 2017. Die vergleichsweise großen Tiere mit den auffällig gestreiften Beinen waren in diesem Jahr im Raum Hannover, in Osnabrück und in der Wetterau aufgetaucht, vermutlich über Vögel eingeschleppt.
Quelle: Universität Hohenheim, Parasitologie.
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Sebum cervinum - Hirschtalg dient nicht nur dem „Zupf-Finger“
19.08.2018 I Dieser fast weiße und sehr feste, in seiner Konsistenz spröde Talg, lässt sich aus dem ausgelassenen Feist von Hirschen herstellen. Die Arznei selbst besteht hauptsächlich aus Triglyceride mit gesättigten Fettsäure-Resten gerader Anzahl von Kohlenstoff-Atomen. Es kommen jedoch auch veresterte Fettsäuren mit ungerader C-Zahl wie die Pentadecansäure (C15) und die Margarinsäure (C17) in den Triglyceriden vor.
Bereits im Mittelalter diente dieses tierische Nebenprodukt als medizinischer Zusatz in Salben zur Behandlung von Hautirritationen und Wundstellen. In alten Handschriften und verlegten Lexika, findet man diese Arznei auch unter dem Begriff Hirschunschlitt oder Eingeweidefett.
Langstreckenläufer und Radrennfahrer, aber auch Turner und Ruderer schwören auf diese Arznei, sie schützt vor Wundwerden beanspruchter und gereizter Hautstellen. Er wird Vaseline vorgezogen, da Hirschtalg über längere Zeit die Haut schützt und nicht so schnell weggerieben ist. Salben aus Hirschtalg wirken auch erfolgreich gegen Hornhautbildung, die sebum cervinum wird dabei kräftig in die leidenden Stellen einmassiert.
Auch unseren Jagdhunden dient Hirschtalg bestens zur Pfotenpflege, er hemmt Reizungen der empfindlichen Hundepfoten, macht Liegestellen geschmeidig.
Kontrabassisten reiben ihre „Zupf-Finger mit Hirschtalg ein und beugen damit der Bildung von Blasen vor. In der Musikwelt findet Hirschtalg auch Verwendung an den Wicklungen bei Sackpfeifen, an Verbindungsstellen bei Blockflöten. Aber auch Dichtungen an Autotüren kann man mit Hirschtalg belegen, um jene bei Frost vor dem Festfrieren zu schützen
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Der Jagderfolg ist nicht unbedingt an die Dauer der Jagd geknüpft
02.08.2018. Nach einem Bericht von Waldwissen zufolge, sind die ersten 60 Minuten und die letzte Viertelstunde auf Drückjagden oft die erfolgreichsten Zeitabschnitte um Strecke zu machen. In der Auswertung von 45 Ansitzdrückjagden im Landesforst und Bundesforst in Brandenburg über mehrere Jahre hinweg,
wurden während der Jagd die abgegebenen Schüsse in Zeitintervallen von je 15 min ab Beginn des Treibens gezählt, wobei deren jeweilige Dauer von 2–4 Stunden variierte. Deutlich zeigte sich, dass unabhängig von der Dauer des Treibens nach zwei Stunden rund 90% der Schüsse abgegeben wurden Geht man von einer gleichmäßigen Trefferverteilung über den gesamten Zeitraum aus, so kann bis zu diesem Zeitpunkt auch mit 90% der Strecke gerechnet werden. Ob die abgegebenen Schüsse auch bei extrem kurzen (<1,5h) oder sehr langen (>3,5h) Treiben dieser Verteilung folgen, müsste mit einer größeren Stichprobe überprüft werden.
Für insgesamt kürzere Treiben (bis zu zwei Stunden) sprechen daher auch aus Sicherheitsgründen beim Ablauf der Jagd folgende weitere Gründe: Höhere Konzentration bei den Schützen; Geringere Ermüdung von Treibern / Hundeführern; Schnellerer Beginn von Nachsuchen und Versorgung des Wildes bei milder Witterung; Dennoch bleiben wichtige Faktoren für die Festlegung der Dauer eines Treibens die Größe und Struktur des bejagten Gebietes, die beteiligten Reviere, Anzahl der Jäger, Treiber und Hunde sowie die aktuelle Witterung und natürlich auch die Vorstellungen der Gastgeber und Gäste, die der Jagdleiter letztlich unter einen Hut zu bringen hat.
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16.07.2018 I Hoffnung auf neuen Wirkstoff gegen Hepatitis E
Rund 70.000 Menschen sterben weltweit jährlich an Hepatitis E. Nun hat ein internationales Forscherteam in dem natürlich vorkommenden Stoff Silvestrol einen möglichen Wirkstoff gegen das Virus gefunden. Lange Zeit galt Hepatitis E als Erkrankung, die fast nur in fernen Ländern auftritt. Doch auch in Mitteleuropa steigt die Zahl der Hepatitis-E-Fälle immer mehr an, und das nicht nur durch Fernreisen. So wurde in den Jahren 2007 und 2008 die Mehrzahl der Neuerkrankungen in Deutschland durch hier heimische Virusstämme verursacht. Das Virus wird hierzulande vor allem über kontaminiertes rohes Schweine- und Wildfleisch übertragen.
Natürlicher Wirkstoff hemmt Vermehrung der Viren
Silvestrol wird von rund 400 verschiedenen Arten von Mahagonipflanzen gebildet und lässt sich aus deren Blättern extrahieren. In der Vergangenheit wurde es schon als möglicher Wirkstoff gegen bestimmte Tumore und gegen Ebola beschrieben, ist aber bisher nicht im klinischen Einsatz. Beim Screening möglicher Wirkstoffe gegen Hepatitis E untersuchte nun das internationale Forscherteam um Dr. Daniel Todt und Prof. Dr. Eike Steinmann von der Abteilung für Medizinische und Molekulare Virologie der Ruhr-Universität Bochum die Wirkung von Silvestrol auf das Virus. „Wir haben dazu zuerst sogenannte Reporterviren in Zellkulturen mit Silvestrol behandelt und festgestellt, dass sie sich weniger stark vermehrten als ohne die Behandlung“, so Todt.
Weitere Studien nötig
Wie sich zeigte, sanken nach der Behandlung mit Silvestrol die Vermehrungsrate und die Zahl der infizierten Zellen deutlich. „Die Wirkung von Silvestrol war stärker als die von Ribavirin, dem bisher einzigen Wirkstoff, der gegen Hepatitis E eingesetzt wird“, so die Forscher. Das zeigte sich bei Infektionen mit allen bekannten vier genetisch unterschiedlichen Typen des Virus, an denen Menschen erkranken können.
Quelle: https://www.gesundheitsstadt-berlin.de
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24.06.2018 I Pferdebremsen und Borreliose - Vorsicht
Zecken gelten als wesentliche Verbreiter der Borreliose. Aber auch Pferdebremsen, Stechmücken und Läuse kommen als Überträger in Frage. Pferdebremsen sind als mechanische Überträger (Vektoren) des zu den Lentiviren gehörenden EIA-Virus ermittelt worden. Ihr Saugrüssel ist groß genug, diese Viren in für eine Infektion ausreichender Menge jeweils wie in einer Injektionskanüle innen und außen zu speichern. Wird eine Blutmahlzeit an einem EIA-Virus-infizierten Tier unterbrochen, können sie an ihren Mundwerkzeugen haftendes infektiöses Blut auf kurze Distanz innerhalb von etwa 30 Minuten auf ein benachbartes, noch nicht infiziertes Tier übertragen. Des Weiteren wird die Pferdebremse als gelegentliche Überträgerin von Borrelien genannt, die die Krankheit Lyme-Borreliose auslösen. Pferdebremsen lösen nach aktuellem Wissensstand durch deutlich kürzere Stechdauer eine Borreliose aus. Möglich sei auch, dass ein kleinerer Prozentsatz der genannten Insekten Borrelien in sich trägt. Dennoch sollten wir eine Borreliose nicht ausschließen, wenn wir uns nicht an einen Zeckenstich erinnern können. Denn auch wenn das Risiko geringer ist, eine Infektion durch andere Parasiten ist denkbar. Auch eine Übertragung durch andere, nämlich selbst infizierte Tiere, ist ebenfalls nicht auszuschließen.
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16.06.2018 I Der Fuchs in der Heilkunde
Hildegard von Bingen führte über den Fuchs aus: „… sein Fell ist gesund, und die Wärme dieses Fells ist gut für Kleider. Aber ein Mensch, der Skrofeln [allerhand an Hauterkrankungen, Schorf, angeschwellte Lymphknoten] an seinem Körper hat, der nehme Fuchsschmalz, und diesem Schmalz gebe er weniger vom Fett des Eigelbs bei, und damit salbe er oft die Skrofeln …“.
Aber auch Jäger waren noch vor 200 Jahren Naturheilkundler. Unsere Altvorderen wussten auch wie man Fett, Fell, Sehnen und Knochen erlegter Wildtiere zu Kleidung, Werkzeugen und Elixiere verarbeiten konnte. Dieses Wissen war steter Bestandteil im jagdlichen Alltags. In der Volksheilkunde wird Fuchsschmalz bei Varikosis (Venenwandschwäche), bei Erfrierungen, Cellulitis, Hämorrhoiden und Wundbehandlung angewandt. Analysen des bekannten Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität in Wien, ergaben bemerkenswerte Analysewerte. So enthält Fuchsfett 58% ungesättigte Fettsäuren, mehr als im Dachsfett (Axung taxis) nachzuweisen ist. Heilend wirkt sich indes auch der hohe Anteil an Linol- und Ölsäure aus. Linolsäure zeichnet sich als besonders schmerzstillend und entzündungshemmend aus, sie wirkt regenerativ auf die Haut und schützt unser Herz-, Kreislauf- und Gefäßsystem.
Das Fuchsschmalz riecht angenehm und ist in seiner Konsistenz weniger schmalzig, es erscheint visuell fast reinweiß und klar. Mit ätherischen Ölen oder Honig versetzt, lässt es sich sehr geschmeidig auf die Haut auftragen.
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Gefährliche Raupen sind zurück
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners (EPS) sind im Frühjahr aktiv, für Mensch und Tier bedeutet dies Gefahr und erhöhte Wachsamkeit. Die von den giftigen Raupenhaaren ausgehende Gesundheitsgefährdung beeinträchtigt die Erholungsfunktion sowie die Bewirtschaftung der betroffenen Wälder in hohem Maße. Die akute Gefahr ist während der Raupenfraßzeit des Schädlings am größten. Alte Gespinstnester des Eichenprozessionsspinners, ob am Baum haftend oder am Boden liegend, stellen eine anhaltende Gefahrenquelle dar.
Da die Raupenhaare eine lange Haltbarkeit besitzen, reichern sie sich über mehrere Jahre in der Umgebung, besonders im Unterholz und im Bodenbewuchs, an. Sie halten sich auch an den Kleidern und Schuhen und lösen bei Berührungen stets neue allergische Reaktionen aus. In Unterfranken waren letzten Jahres teils massive Fraßschäden nicht nur an Waldrändern, sondern auch in der Bestandstiefe zu beobachten. Besatzdichten von zehn bis 15 Nestern pro Baum waren keine Seltenheit. Die Raupen rotten sich bis zu 1000 Exemplaren zusammen.
Der Prozessionsspinner selbst ist ein harmloser Nachtfalter. Die etwa 40 mm lange Raupe hat Brennhaare die ein Nesselgift enthalten, das bei Kontakt oder auch beim Einatmen heftige allergische Reaktionen auslösen kann. Zu den Symptomen gehören lokale Hautausschläge (Raupendermatitis), die sich in punktuellen Hautrötungen, leichten Schwellungen, starkem Juckreiz und Brennen äußern. Häufig bilden sich Quaddeln am ganzen Körper. Reizungen an Mund und Nasenschleimhaut durch Einatmen der Haare können zu Bronchitis, schmerzhaftem Husten und Asthma führen. Begleitend treten Allgemein-symptome wie Schwindel, Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündung auf. In Einzelfällen neigen überempfindliche Personen zu allergischen Schock-reaktionen. Gesundheitliche Beschwerden durch den Eichenprozessionsspinner können während des gesamten Jahres entstehen. Diese Brennhaare können sich wie kleine Widerhaken auf der Haut und in der Lunge festsetzen. Wer Kontakt mit den Härchen am Körper oder an seiner Kleidung hatte, sollte am besten sofort Duschen und alle kontaminierten Kleidungsstücke waschen. Bei eintretenden Beschwerden sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.
Vorsichtsmaßnahmen
• Grundsätzlich die Befallsareale meiden
• Raupen und Gespinste nicht berühren
• Sofortiger Kleiderwechsel und Duschbad mit Haarreinigung nach Kontakt mit Raupenhaaren
• Empfindliche Hautbereiche (z. B. Nacken, Hals, Unterarme) schützen, bei Bekämpfungsmaßnahmen Chemievollschutzanzug und Atemschutz tragen
• Auf Holzernte- oder Pflegemaßnahmen verzichten, solange Raupennester des Eichenprozessionsspinners erkennbar sind
• Bekämpfung wegen gesundheitlicher Belastung und spezieller Arbeitstechnik nur von Fachleuten durchführen lassen
• Entfernen Sie Gespinste im Garten nicht selbst, sondern beauftragen Sie einen staatlich anerkannten Schädlingsbekämpfer oder entsprechend ausgerüsteten Baumpfleger.
• Die Gespinste nicht abflammen oder abspritzen - dabei werden die Gifthaare nur noch mehr aufgewirbelt und verbreitet.
• Sie haben einen Befall an öffentlichen Plätzen entdeckt? Informieren Sie die Gemeindeverwaltung, das Umwelt- oder Gesundheitsamt.
Kommen Jagdhunde in Kontakt mit Prozessionsspinner-Raupen ist schnelles Handeln angeraten. Krankheitszeichen sind häufig Rötungen im Gesichtsbereich, Juckreiz, Augenbindehautentzündungen, Sabbern, Schluckstörungen, Schwellungen im Maulbereich, Bläschen und Quaddeln auf der Zunge bis hin zur Zerstörung des Zungengewebes auf. Als Sofortmaßnahme den gesamten Rachenraum mit viel Wasser ausspülen und anschließend direkt einen Tierarzt aufsuchen. Auch Pferde reagieren empfindlich auf die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners.
Wir Jäger als Galeniker - Hochwertige Dachssalbe „Axungia taxi“ selbst herstellen
Ein adulter Schmalzmann trägt etwa 2 kg an Feist an sich, mancher Orts ist das Feist noch üppiger. Ausgelassen kann auf dieser Basis mit einer Menge von etwa der Hälfte an reinem Dachsfeist kalkuliert werden. Wichtig beim Auslassen ist, zuvor das Feist sehr sorgfältig von allen Unreinheiten zu befreien. In kleine Stücke zerschnitten empfiehlt es sich, das Feist in einer großen beschichteten Pfanne und unter geringer Hitze zu erwärmen und ihm so das Wasser zu entziehen.
Das nimmt einige Zeit unter ständigem Rühren in Anspruch. Ist die nun fast durchgängig flüssige Masse schonend gegart, gibt man sie durch ein Spitzsieb in einen Topf den man anschließend kühl stellt. Nach vollständigem Erkalten hebt man das wertvoll gewonnene Feist (Axungia taxi) aus dem Topf, bis zu der meist grau verunreinigten Gallertmasse am Topfboden. Nun erhitzt man schonend das Elexier nochmals unter ständigem Rühren, bis möglichst alles Wasser verkocht ist. Achten Sie unbedingt darauf, dass bei jedem Kochvorgang eine Temperatur von 90°C nicht überschritten wird. Am Ende dieses Procedere gibt man der Masse 5-8% geschmolzenes Bienenwachs aus der Apotheke hinzu und ca. 3% Leinöl.
Man kann noch vor dem vollständigen Abkühlen einige Tropfen Lavendelessenz oder auch Bergamotte hinzugeben, jedoch duftet das wertvolle Dachsfeist danach nicht mehr natürlich und ursprünglich rein. Achten Sie darauf, dass während der Abkühlphase keine Verunreinigungen in die wertvolle Arznei eindringen können. Verschließen Sie das Arzneigefäß erst dann, wenn die Salbe vollständig auf ca. 7°C heruntergekühlt ist. So vermeiden Sie, dass sich Kondenstropfen am Deckel innen bilden und auf die Arznei heruntertropfen können. Tipp: Lösen Sie das Dachsfeist immer vom frisch erlegten Dachs innerhalb 24 Stunden aus, somit minimieren Sie unangenehme Gerüche. Arbeiten Sie dabei gewissenhaft, sehr sorgfältig und sauber. Sie können auch Axungia taxi sammeln, gefrieren Sie die einzelnen Portionen nach dem Auslösen rasch ein.
Die wald- und wildreichen Liegenschaften um das Kloster waren ausgezeichnete Lehrmeister, sich fortzubilden und einem Studium nachzugehen. Sie lebte in einer Zeit, die geprägt war von mittelalterlicher Einfachheit, aber auch von dem Luxus, Wildfleisch zu verspeisen und sich mit dem Lebensmittel Wild grundsätzlich zu befassen. Dabei wurde dem christlichen Glauben und einer maßvollen Lebensordnung eine hohe Aufmerksamkeit geschenkt, sie ließ die bekannte griechisch-lateinische Tradition mit der Volksmedizin verschmelzen und entwickelte eigene Theorien über die Entstehung von Krankheitsbildern, heute wird die Klostermedizin als Teil der integrativen Medizin angewandt. Fleisch war für sie „Mittel zum Leben“ und sie erforschte und erkannte die verborgenen Heilkräfte in ihnen. Als Küchengifte identifiziert sie unter anderen Erdbeeren, Schweinefleisch und Porree, wobei hinsichtlich einer bestimmten Zubereitungstechnik diese wiederum von gesunden Menschen bedenkenlos verspeist werden konnten.
Wie Eingangs erwähnt, galt aus ihrer Sichtweise der Verzehr von Wild als gesundheitsfördernd und auch krankheitsvorbeugend. So gibt es erstaunliche Rezepte um Hase, Hirsch und Reh, gewürzt mit erlesenen Kräutern, die heute noch umgesetzt werden können und geschmacklich eine Liaison mit der Natur eingehen. Über den Einfluss von Wildfleisch auf das Wohlbefinden der Menschen ging die Äbtissin im Besonderen ein. Dabei findet sich auch ein Rezept zu einer gekochten Reh-Leber-Cremesuppe. Rehfleisch so definierte sie, sei das Heilmittel gegen Koliken, Magen-Darm-Leiden und Blähungen, da sich nach ihrer Meinung diese Wildart "von gutem und gesunden Futter" ernähren. Zubereitete Rotwildleber hingegen sei aufgrund dessen, dass die Hirsche „reines“ Futter äsen, das Heilmittel um Gichtanfälle zu unterdrücken und gleichsam den Magen zu reinigen. Ganz im Gegenteil zum Schwarzwild, schließlich sei ein Wildschwein wie das Stallschwein ein Allesfresser und daher aus gesundheitlicher Sicht weniger attraktiv. Im Kontext der Überlegungen standen der Gesundheitswert der Nahrung, unmittelbar in Zusammenhang mit dem Aufenthaltsort und des Futters, die sich die Wildtiere verschafften. Dieser Theorie liegt wohl auch der Gedanke nahe, dass Wildtiere aus der freien Natur einen deutlich höheren Gesundheitswert einnehmen müssen, wie gehaltene Nutztiere aus der Stallhaltung. Hildegard von Bingen kann man ein ausgeprägtes Wissen attestieren, denn Wildfleisch hat aus heutiger Sicht einen unerreicht höheren Gesundheitswert gegenüber Nutztieren aus der Massentierhaltung oder der Stallhaltung. Auch Wild aus Gehegen oder Wildtierfarmen kann den Mehrwert an „Qualität“ was in einem Wildtier steckt nicht aufheben. Wildtiere die in freier Natur durch Jäger vom Ansitz aus erlegt werden, erfahren weder Stress noch Todesangst, Wildtiere werden dort, wo sie zu Lebzeiten aufgewachsen sind der Natur entnommen, ohne Transportstress, ohne Medikamente und oftmals haben sie nie einen Menschen zuvor vernommen. Es ist die sachliste und ehrlichste Gewinnung von Fleisch als Lebensmittel überhaupt, die Gewinnung von Wildbret unterliegt strengen Vorschriften.
Die beste Heilstätte der Welt ist die Natur; Die Medizin daraus beschaffen auch wir Churfrankenäger.
Rehfleisch - Gesundheit pur
Zahlreiche Ernährungs-Tipps namhafter Ärzte und Institute machen deutlich, wo Wildfleisch - in besonderem Maße Rehfleisch - bei der Schonkost-zubereitung seine gesundheitsfördernde Wirkung entfalten kann. Bei Erkrankungen der Leber, der Gallenblase und Gallenwege kann eine vom Arzt verordnete Diät in Form einer Schonkost sehr hilfreich sein kann. Sie müssen nicht auf ihr saftiges Steak verzichten, oder den leckeren Soßenfond. Diätspeisen können sich auch zu einem geschmacklichen Hochgenuss entfalten, der nicht nur gesundheitsfördern ist, sondern auch Freude macht. Sind Leber, Gallenblase sowie Gallenwege entzündet, gesellen sich auch bekannte Begleitentzündungen hinzu, verursacht durch Gallensteinleiden oder Verengungen der Gallengänge. Schmerzhafte Gallenkoliken müssen nicht sein, wenn Sie auf Fleischfette verzichten.
Rehfleisch weist mit den geringsten Fettgehalt auf und eignet sich hervorragend als Schonkostgericht. Dieses Fleisch mit seinen hochwertigen Eiweißen, Mineralstoffen und ungesättigten Omega-3-Fettsäuren, darunter Kalium, Kalzium, Phosphor und Eisen und die Vitamine A, C und B. zählt zu den hochwertigsten Nahrungsmitteln. Wildtiere ernähren sich natürlich, die heilsamste Wirkung entfaltet sich bei Rehen die unter drei Jahren erlegt werden. Das Fleisch in dieser Altersklasse ist sehr feinfaserig und wird beim Garprozess butterweich. Auch bei Arteriosklerose wird Rehfleisch als Nahrung empfohlen.
Das meiste Rehwild in der Bundesrepublik Deutschland wird im Jagdland Bayern erlegt und als hochwertiges Lebensmittel genutzt. Das waren im Jagdjahr 2016/2017 328.721 Stücke, 2,19 % mehr als im Jagdjahr zuvor (Zahlenangabe: Mittel aus der Drei-Jahres-Summe).
Gesundheitsfett vom Schmalzmann - Geschätztes Heil- und Pflegeelixier
Von der modernen Wissenschaft längst anerkannt, spielte das Dachsfett historisch betrachtet nicht nur in der Volksheilkunde eine wichtige Rolle, sondern diente auch als Pflegemittel im Haushalt, wie auch als Heilmittel in der Nutztierhaltung. Auch wurde Dachsfett als Brotaufstrich nicht verschmäht, es fand auch Verwendung zum Braten und Backen. Um den sehr intensiven Eigengeschmack zu mindern, wurden in das erwärmte Fett Zwiebel- und Apfelstücke gegeben.
Im Haushalt diente das Fett zur Pflege von Leder oder auch Holz, Nutztieren wurde das Fett bei Wunden aufgetragen, Kuheuter behandelt oder den Kälbern nach der Geburt damit der Nabel eingefettet. Indikationen mit ausgelassenem Dachsfett, verarbeitet zu Salben, förderten die Wundheilung, wirkten entzündungshemmend und stärkten das Immunsystem bei Mensch und bei Tier. Auch die Schwarte des Dachses oder Teile davon, weckten schon im Mittelalter Interesse, auch sie versprachen eine heilende Wirkung. Nach einer Empfehlung von Hildegard von Bingen, sei nach ihrer empfohlenen Vorgehensweise folgendes zu beobachten:
„ daraus mache ein Gürtel und umgürte dich damit um die nackte Haut und es wird dich stärken, wie wenn ein großer Sturm in guter Witterung und in ruhiger Luft unterdrückt wird. Aber mache auch Schuhe und Halbstiefel aus diesem Fell und ziehe sie an und du wirst gesund an den Füßen und Beinen“
Dachsfett hat beileibe nicht annähernd den Stellenwert eingenommen wie das Murmelfett, jedoch wird Dachsfett in manchen Jägerhaushalten sehr geschätzt und ausgelassen, da man um die natürliche Heilkraft seit Generationen weiß. Das Faist (das Fett) wird vom Dachskern mit einem Messer sorgfältig abgenommen und sehr behutsam im Wasserbad mit Lanolin, etwas Lärchenharz und Bienenwachs zum Schmelzen gebracht, später fügt man etwas Olivenöl oder auch Latschenkiefernöl hinzu.
Das ausgelassene Dachsfett, lateinisch Axungia taxi, war in den mittelalterlichen Apotheken ein Standardartikel. Heute weiß man, dass es neben ungesättigten Fettsäuren natürliches Cortison enthält. Bei äußerlichen Indikationen wird das Heilextrakt auf die entzündete Haut oder Wunde aufgetragen und einmassiert. Innerlich angewendet gehen die Wissenschaftler davon aus, dass Dachsfett nahrhafter sei als Lebertran und ein adäquates Ersatztonikum darstellt. Ganz sicher ist, dass Fette im Mittelalter allgemein im Aberglauben eine große Rolle spielten, sie nahmen ihren festen Platz ein. Man war zur Ansicht gelangt, dass mit der Indikation tierischer und auch menschlicher Fette (Armesünderfett), die Kräfte des Spenders auf den eigenen Körper übergingen. Die Volksmedizin unterschied auch Fette, angeblich half das Bärenfett nach dem Auftragen auf die Schläfen gegen Haarausfall, Gänsefett befreite von Kolik und Blasenleiden und diente auch als Aphrodisiacum.
Wissenschaftler analysierten Ende der neunziger Jahre mit einer neuen Methode verschiedene Fettproben von Dachs und Murmeltier, fanden durch den Nachweis von acht Corticosteroide in den Fetten eine wissenschaftliche Erklärung, für die seit Jahrhunderten überlieferten Heilkräfte in der Volksmedizin. Zu den definierten Corticosteroiden zählen das Hydrocortison, Cortison, Dethydrocorticosteron, Corticosteron, Rechensteins Substanz S, Dexocorticosteron, 17 alpha-OH-Progesteron und das Progesteron. Die nachgewiesenen Mengen liegen zwischen einem Wert von 14,0 bis 3,0 mg/kg. Das eröffnete die Tatsache, dass ein direkter Bezug der beprobten Fette mit den entdeckten Corticosteroiden wegen ihrer entzündungshemmenden und immunsupprimierenden Eigenschaften seit langem in der Rheumatherapie Anwendung finden. Eine ganze Palette von Heilansätzen kann die Dachssalbe abdecken: Sie wirkt heilend bei Atemwegserkrankungen, sie erhöht die Durchblutung der Haut an den behandelten Stellen.
Weitere Indikationsmöglichkeiten finden sich bei Muskelverspannungen, Verstauchungen, Prellungen, Hexenschuss, Tennisarm, Rücken- und Gliederschmerzen, rheumatische Schmerzen in den Gelenken, Arthrose, Gicht, Durchblutungsstörungen, Bindegewebsrisse und Cellulitis. Auch wirkt Dachsfett gegen Erkältung, Entzündungen, Neurodermitis, Juckreiz, Flechten, Gürtelrose und Sehnenscheidentzündungen bei Mensch und Tier. Fakt: Dachsfett und die daraus gewonnen Salben haben aufgrund natürlichen Cortisons eine heilende Wirkung. Nicht zu vergessen: Auch Dachsschinken gilt unter Feinschmeckern als Delikatesse.
Im Jagdland Bayern wurden im Jagdjahr 2016/2017 18.222 Dachse erlegt, ein leichter Rückgang um 2,82 % gegenüber dem Vorjahr. Reines ausgelassenes Dachsfett ähnelt in seiner Konsistenz einem zähflüssigen Öl, ist leicht gelblich und es empfiehlt sich, Dachsfett immer sehr kühl aufzubewahren. Im Handel würdigt man das Naturprodukt ab ca. € 150,00 per 1000 ml.
Quellen: Deutsche Apothekerzeitung; Wiki-Pedia; Hildegard von Bingen; Hausmedizinisches Lexikon; Bayrischer Jagdverband; Deutscher Jagdverband, Handbuch 2012/2013;
Auf Beerenjagd in Churfranken`s Wäldern
Wir Jäger kennen die einschlägigen Standorte wo Beeren anzutreffen sind. Vor allem dunkelfruchtige Beeren aus heimischen Revieren bereichern den Jagderfolg. Wilde Brombeere, Holunder, Heidelbeere oder tiefrote Preiselbeeren machen alternierende Jägerhirne wieder frisch. Wissenschaftler verweisen in diesem Zusammenhang auf die Anthocyan-Farbstoffe in genannter Beerenauswahl, die unsere Nervenzellen im Gehirn vor schädlichen Einflüssen bewahren sollen. Etymologisch meint in diesem Konsens das Wörtchen „Cyan“ tatsächlich ein tiefes, dunkles Blau, ein Stahlblau. Anthocyane wirken antioxydativ wie entzündungshemmend. Sie sind dafür verantwortlich, dass freie Radikale im Gehirn einfangen werden. Also helfen diese wilden Beeren, toxische Parkinson- oder Alzheimerproteine aus unseren Gehirnen fern zu halten.