Revierverantwortliche der Hegegemeinschaft Kirchzell übernehmen Vorreiterfunktion in der Causa Nachsuchevereinbarung

Hintergrund: Jedem Jäger sind § 22a des Bundesjagdgesetzes und Art. 37 des Bayerischen Jagdgesetzes bekannt. Zur Erinnerung sei hier nochmal der § 22a BJG zitiert:

Bundesjagdgesetz § 22a Verhinderung von vermeidbaren Schmerzen oder Leiden des Wildes (1) Um krankgeschossenes Wild vor vermeidbaren Schmerzen oder Leiden zu bewahren, ist dieses unverzüglich zu erlegen; das gleiche gilt für schwerkrankes Wild, es sei denn, dass es genügt und möglich ist, es zu fangen und zu versorgen. (2) Krankgeschossenes oder schwerkrankes Wild, das in einem fremden Jagdbezirk wechselt, darf nur verfolgt werden (Wildfolge), wenn mit dem Jagdausübungsberechtigten dieses Jagdbezirkes eine schriftliche Vereinbarung über die Wildfolge abgeschlossen worden ist. Die Länder erlassen nähere Bestimmungen, insbesondere über die Verpflichtung der Jagdausübungsberechtigten benachbarter Jagdbezirke, Vereinbarungen über die Wildfolge zu treffen; sie können darüber hinaus die Vorschriften über die Wildfolge ergänzen oder erweitern.

Um sowohl Satz 1 als auch 2 gerecht zu werden ist es gesetzlich verpflichtend und aus tierschutzrechtlichen Gründen mehr als sinnvoll, schriftliche Vereinbarungen über die Wildfolge in Nachbarreviere zu erstellen. Mündliche Abmachungen unter den Nachbarn sind mehr als nichts, bei rechtlichen Streitigkeiten juristisch auch nichts wert.

Aus diesem Grund wurde in der Hegegemeinschaft 642 (MIL V), Kirchzell, eine schriftliche Nachsuche- bzw. Wildfolgevereinbarung in Angriff genommen. Langjährigen Bitten des äußerst erfahrenen und als bestätigter Nachsucheführer für die Landesjagdverbände Baden-Württemberg und Hessen tätigen Bodo Ballmann wurde damit endlich Rechnung getragen.

16 Reviere schon unterschrieben

Bei einer Sitzung in kleiner Runde im Januar 2019 übernahm Peter Hennig, Revierpächter des Eigenjagdreviers 1 Kirchzell, die Aufgabe einen Entwurf einer solchen Vereinbarung zu erstellen und anschließend den 21 Revierbevollmächtigten der Hegegemeinschaft zur Begutachtung und Stellungnahme vorzulegen. Nach wenigen aber sinnvollen Korrekturvorschlägen liegt nun eine Wildfolgevereinbarung vor, die bis jetzt von 16 Revierverantwortlichen unterschrieben worden ist. Die restlichen 5 Reviere haben natürlich jederzeit noch die Möglichkeit, dem o.g. Paragraphen bzw. Artikel gerecht zu werden und sich der überzeugten Mehrheit anzuschließen.

5 Nachsucheführer arbeiten mit

Bis jetzt wurden auch fünf Nachsucheführer gefunden, die sich bereit erklärten und mit Unterschrift dokumentierten, dass sie mit ihren geprüften Hunden für Nachsuchen im Revier und notfalls über Reviergrenzen hinweg zur Verfügung stehen. Wer weiß, wieviel Zeit und Arbeit investiert werden muss um einen Hund durch entsprechende Prüfungen zu bringen, um anschließend für andere Jäger die angebleite Sau und den wehrhaften Geweihten aufzuspüren und notfalls von seinen Leiden zu erlösen, der wird sicher dankbar sein, dass die Nachsuche in das Nachbarrevier auch dann gewährleistet ist, wenn der Nachbar nicht erreichbar ist. Voraussetzung ist natürlich, dass der Reviernachbar ebenfalls die Wildfolgevereinbarung unterzeichnet hat. Ansonsten endet die Nachsuche an der Reviergrenze und wertvolles Wildbret geht verloren, bzw. das verletzte Wild erlebt noch schmerzhafte Stunden oder Tage. Dies kann aber nicht im Sinn von waidgerechten Jägern sein.

Zusammenarbeit mit allen Hegegemeinschaften möglich

Hegegemeinschaftsleiter Peter Hennig bietet den anderen 7 Hegegemeinschaften im Gesamtlandkreis Miltenberg an, die Nachsuchevereinbarung zu übernehmen, um sie anschließend auf die jeweiligen Gegebenheiten abzuändern.

Ausweis geplant

Die Nachsucheführer erhalten einen kleinen Ausweis mit den teilnehmenden Revieren in der jeweiligen Hegegemeinschaft. Damit sind sie und eine bewaffnete Begleitperson jederzeit auf einer rechtlich gesicherten Position. Ein deutlich geäußerter Wunsch seitens der Hundeführer ist, dass solche Regelungen doch bitte überall getroffen würden. Das würde so manche Nachsuche vereinfachen und auch zeitlich verkürzen. Weiterführende Informationen erteilt sehr gerne Peter Hennig: puh_hennig@t-online.de.

Verfasser: Peter Hennig, HGL V Kirchzell

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Großer Andrang beim Jägerstammtisch

Am 16. Mai trafen sich 14 Revierverantwortliche, Vertreter der Forstbehörde und Jagdkollegen verschiedener Hegegemeinschaften zu einem Jägerstammtisch bei Miltenberg. Auch fachliche Themen standen im Fokus wie Erfolge und Misserfolge zur derzeitigen Jagd auf Schalenwild oder Abläufe zum Anschussseminar im September 2019.

Besonderer Aufmerksamkeit der Anwesenden erfreute sich der Beitrag von Hegegemeinschaftsleiter Peter Hennig der Hegegemeinschaft Kirchzell. Unterstütz von Nachsucheführer Bodo Ballmann aus Kirchzell, wurde ein Nachsuchekonzept der dortigen Revierverantwortlichen vorgestellt. Darin verpflichten sich Revierverantwortliche aus tierschutzrechtlichen Gründen, Nachsuchen über mehrere Reviergrenzen hinweg gegenseitig zu dulden. Die anwesenden Revierverantwortlichen der Hegegemeinschaft Miltenberg möchten das Konzept übernehmen.

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Wildunfall: Anzeige wegen Jagdwilderei in Waldkraiburg (BY): Fahrzeugführer wusste sich nicht anders zu helfen und fuhr mit verunfalltem Reh zur nächsten Polizeidienststelle. Dort meldete er den Vorfall. Fazit, er wurde wegen Jagdwilderei angezeigt ++++ Schalldämpfer gekauft - Jäger aus Münster verliert Zuverlässigkeit: Da er eine Langwaffe mit integriertem Schalldämpfer ohne Voreintrag kaufte, muss nun ein Jäger seine WBK abgeben. Eine Polizeisprecherin gab an, dass auch gegen den Händler ermittelt wird ++++ Jagdgegner präparieren Weg mit Schrauben: In Oberweis (Rl-Pfalz) versuchten Unbekannte die Jagd in einem Revier zu behindern. Mehrere Fahrzeuge von Anwohnern wurden beschädigt. Nun entwickelten Jagdgegner neue gefährliche Strategie, den ansässigen Jäger die Jagd zu vermiesen. Auf Privatweg Schrauben in den Fahrspuren versenkt, von den Schrauben waren jeweils die Köpfe entfernt worden, um sie mit den Spitzen nach oben in den Boden stecken zu können ++++ Anfang Mai saß Jäger in seinem Revier im Lkr. Rottal-Inn, (By) an, als im Nachbarrevier Schuss brach. Mit Fernglas sah er den Nachbarjäger der Eigenbewirtschaftung auf Kanzel beobachtend und sah wie dieser nach 20 Minuten abbaumte: „Ich sah wie er ein Stück Rehwild barg. Mir war gleich klar, dass das kein Bock ist und das „Schmalreh“ einen ganz schön dicken Bauch hat“, so der Jäger. Doch weiter dachte er in dem Moment nicht darüber nach, da sein Hauptaugenmerk auf den Reviergrenzen lag. In seinen Augen war das Stück eindeutig in seinem Revier erlegt worden. Am nächsten Tag dann die böse Überraschung: Ein Spaziergänger meldete sich, er habe zwei tote Kitze und Aufbruch im Wald gefunden. Bei Prüfung des Fundes stellte sich heraus, dass Aufbruch, Haupt und die beiden toten Kitze noch nicht lange liegen können. Ihm sei direkt klar gewesen, dass es sich um das erlegte Reh von gestern handeln muss, berichtet der erschütterte Jäger. Auf die Idee, dass es sich um eine hochbeschlagene Geiß kurz vor dem Setzen handelt, sei er im ersten Moment gar nicht gekommen. „So etwas macht man doch nicht!“, so der Niederbayer. Er berichtet, dass es in der Vergangenheit immer wieder Probleme mit dem Ökologischen Jagdverband und der Bewirtschaftung des Rehwilds in den Nachbarrevieren gab. Auch der Beschuldigte soll dem ÖJV nahestehen. Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Jagdgenossenschaft, die der Beschuldigte angehört, hatte im vergangenen Jahr den „Wald-Wild-Preis“ des Bayerischen Bauernverbands Rottal-Inn für eine besonders gute nachhaltige und naturnahe Entwicklung des Waldes erhalten ++++ Bescheuert: Unbekannte Täter setzen Biber in Gewerbegebiet bei Königs Wusterhausen aus, vermutlich ist er mit Tularämie infiziert. Beobachtender sieht die Freilassung und verständigt die Potsdamer Tierrettung, die den Biber einfingen und untersuchen ließ. Dem Bericht der MAZ zufolge, wies das Tier deutlich erkennbar Krankheitssymptome auf: Keine Fluchtreaktion, konnte kaum atmen da “Nase mit Eiter verklebt, der Rachenraum entzündet, die Kopflymphknoten geschwollen, teilweise aufgegangen” waren, wie die Tierretter beschrieben. Fahrer des Lieferwagens wird nun dringend aufgefordert, sich der Polizei zu melden und sich ärztlich behandeln zu lassen ++++

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Wildvermarktung

Der Mainland Miltenberg - Churfranken e.V. räumt die Nutzung der Wortmarke „Churfranken“ für die Namensgebung „Churfrankenjäger“ ein. Hierzu wird derzeit an einem entsprechenden öffentlichkeitswirksamen Logo gearbeitet, dessen Erscheinungsbild den Erfordernissen der Mainland Miltenberg - Churfranken e.V. gerecht wird. 

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WUZ Vol. 2

Die Neuanfertigung von über 100 Wild-Unfall-Zeichen für die Polizeiinspektionen Miltenberg, Obernburg, Alzenau und Aschaffenburg konnten über großzügige Geldspenden finanziert werden. Spender waren neben der BJV-Kreisgruppe Obernburg Unternehmen aus der Region und Jägerinnen und Jäger, nicht nur aus dem Landkreis Miltenberg. Allen Spendern danken wir von ganzem Herzen für ihr großzügiges Engagement. In einer kleinen Broschüre „Wild-Unfall-Zeichen“ werden die Spender ebenfalls gewürdigt. Möchten auch Sie für WUZ Geld spenden, melden Sie sich bei Michael Huber oder Bodo Ballmann.

Spenderliste: BJV-Kreisgruppe Obernburg, Fa. GOTHAER Versicherungen U. Fries in Niedernberg und Mömlingen, Interforst-Hess in Kirchzell, Präzisionsjagd Michael Steinbach in Miltenberg-Breitendiel, Forstgeräte und Forsttechnik Büchler in Kirchzell, Autohaus Walter in Kirchzell, Harald Beier (Wernau), Ralf Booms (Welver), Prof. Dr. Gondring, Hans Grosz, Torsten Hecht, Peter Hennig, Sebastian Hennig, Ferdinand Hovens, Familie Huber, Alfred Meixner, Sebastian Höh, Jürgen Reichel, Peter Rohe, Josef Schellenberger, Ulla Schnatz, Jörg Zimmermann (Gornau/Witzschdorf), Rudi Zoll.

In der nächsten Ausgabe PIRSCH 09 lesen Sie aktuelles über die WUZ.

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Wildkonfiskat-Sammelstelle Miltenberg läuft reibungslos - Behörden und Jäger sehr zufrieden

Bislang wurden nahezu 60 Smart-Cards ausgegeben für über 100 Zutrittsberechtigungen in die Wildkonfiskat-Sammelstelle am Klärwerk in Miltenberg. Der laufende Betrieb funktioniert absolut reibungslos, alle Nutzer halten sich akkurat an die Vorgaben und gehen sehr sorgsam und gewissenhaft mit der Einrichtung und deren Gegenstände um. Die Konfiskatbehälter werden wöchentlich geleert, die ztn hat die Leerung im Tourenplan fest eingeplant. Bislang wurden annähernd 100 Einlieferungen dokumentiert mit über 1.150 kg Entsorgungsmaterial.

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Worten folgen Taten: Jäger für Bienenvölker im Stadtwald Miltenberg

In Kooperation mit der Stadt Miltenberg, revierverantwortlichen Jägern und dem Ortsverein der Imker Miltenberg im Landesverband Bayerischer Imker, werden in absehbarer Zeit Bienenvölker auch im Stadtwald Miltenberg ihre wichtige Arbeit verrichten können. Nach erfolgter Standortsuche mit dem städtischen Revierleiter-Forst Martin Jessberger und dem Miltenberger Bienenchef Konstantin Steiniger, laufen nun die Vorbereitungen auf Hochtouren.

Bereits im Hegemagazin Frühjahr&Sommer 2018 war es im Leitartikel „Die Bienen in Wald und Flur“ eine Herzensangelegenheit der Hegegemeinschaften Miltenberg und Eichenbühl, sich für Bienen einzusetzen. Auch wir Jägerinnen und Jäger als staatlich geprüfte Tier- und Naturschützer können die Bienen unterstützen. Etwa jeder dritte Happen unseres Essens verdanken wir den gefährdeten Bienen. Experten errechnen den jährlichen Bestäubungswert durch Bienen in Deutschland auf etwa zwei Milliarden Euro. Im Rahmen unseres gewohnten Reviergangs in Wald und Flur, können wir oftmals mit einfachem Aufwand unterstützend helfen. Ratschläge erhielten die Jägerinnen und Jäger vom Bayerischen Forstministerium und Herrn FAR Ferdinand Hovens. Die Stadt Miltenberg hatte für diese Aktion von Beginn an ein offenes Ohr und unterstützt das Vorhaben ausdrücklich. Somit hilft die Stadt Miltenberg In Sachen Waldnaturschutz in hervorragender Weise dieses Kleinprojekt “Bienenwald in Miltenberg" zu etablieren. ............................................................................................................................

Jägerinnen und Jäger aus dem südlichen Landkreis Miltenberg, können nun freiwillig die nicht für den Verzehr vorgesehenen Teile und anfallende Zerwirkreste - im Wesentlichen von Schwarzwild - sowie Fallwild dorthin verbringen. Die Sammelstelle ist 24 Stunden zugänglich, auch an Sonn- und Feiertagen. Auch Raubwild und Neozoen können einer sinnvollen Verwertung zugeführt werden. Hierfür wurde eine separate Gefriereinheit verbaut mit der Aufschrift „Fellwechsel“.

Folgende Jägerinnen und Jäger haben sich bereiterklärt, TransponderCards auszuhändigen:

Weilbach-Weckbach: Michael Huber, Schopfäcker 5 0171 / 49 06 696
Weilbach-Weckbach: Susanne Huber, Schopfäcker 5 0171 / 50 92 191
Bürgstadt: Joachim Asmussen, Königsberger Straße 41 0171 / 75 79 770
Miltenberg: Alfred Meixner, Setzgasse 12 0151 / 61 51 07 84
Weilbach-Weckbach: Stephan Schmitt, Ohrnbachtalstraße 7 0151/14 14 65 48
Neunkirchen: Bernhard Stegmann, Hauptstraße 7 0151 /41 26 19 99
Kirchzell: Bodo Ballmann, Raiffeisenring 10 0171 / 63 21 318
Mönchberg: Kurt Väth, Am Sänger 35 0151 / 19 65 152
Altenbuch: Rudolf Zwiesler, Hauptstraße 127 09392 / 8761

Standort der Sammelstelle: 63897 Miltenberg, Altstadtweg 31
Die Telefonhotline für die Sammelstelle lautet: 0178 / 347 2862 (Stegmann, Bernhard). Die Sammelstelle verfügt auch über eine Mailadresse, diese lautet: Konfiskat-mil@gmx.de

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