...............................................................................................................................

Die Zerschneidung unserer Kulturlandschaft durch Großzaunalagen hat begonnen 

Bricht das Zaunbaufieber flächendeckend im hiesigen "Wolfsgebiet i.S.d. Schadensausgleichs" aus, würden nicht nur Besucher der Kulturlanschaft den Zaun nicht überwinden können, auch das Rotwildgebiet Odenwald wäre in den Offenlandschaften durch Zaunbau zerschnitten. Die Rotwildhabitate erscheinen noch kleiner, die Lebensraumnutzung des Rotwilds wird stark eingeschränkt. Das Landschaftselement Rotwild im bayerischen Odenwald ist in Gefahr. Aber auch andere Wildtiere können die Offenlandschaft nicht mehr queren.

Unter Berücksichtigung der derzeitigen Landnutzungsarten bietet der kleinflächige, teils zerschnittene Lebensraum im Buntsandsteingebiet des Habitats der Rotwildhegegemeinschaft bayerischer Odenwald, gerade noch günstige Voraussetzung für ein artgerechtes Rotwildmanagement. Teilweise mit sehr unterschiedlichen bis geringen Populationsdichten in diesem Rotwildgebiet.

Nun kommt neben der Störungsintensität in jagdlich relevanten Waldlebensräumen durch Mountainbiker, Motocrosser, Night-Rider, Ausflüglern die keine Rückegasse, keine Dickung und keinen Wildwechsel meiden, noch für Wildtiere unüberwindbare Zäune hinzu. Während Jagdpächter und Revierverantwortliche Pläne über die Abgrenzung von Sommer- und Wintereinstände und die Lenkung der Lebensraumnutzung für das heimische Wild schmieden, poltern andere durch die Lebensräume des Wildes.

Es liegt auf der Hand, dass mit dem Bau von Zaunanlagen eine Wild-Lebensraumzerstörung mit einer Entwertung des Landschaftsbildes einher gehen. Keiner bedrohten Tierart wird weder monetär noch ideologisch so viel Aufmerksamkeit gezollt wie dem Wolf: Beispielsweise sind Waldrapp, Großtrappe, Rohrdommel, Auerwild, Birkwild, Rebhuhn oder der Feldhamster die Verlierer. Für diese heimischen wie liebenswerte vom Aussterben bedrohte Arten öffnet sich das Staatssäckel zögerlich bis gar nicht.

Abgebildet sind die Förderkulissen nach der "Richtlinie zur Förderung von Investitionen in Herdenschutzmaßnahmen gegen Übergriffe durch den Wolf", Stand Juni 2021. Es gibt eine Förderkulisse für Zäune (violette Schraffur) sowie eine für Herdenschutzhunde (schwarze Schraffur). Die "Förderkulisse Zäune" setzt sich zusammen aus Gebieten rund um die definierten, dauerhaften Wolfsgebiete in Bayern ("Wolfsgebiete i.S.d. Schadensausgleichs", blaue Füllung) und weiteren Gebieten, die aufgrund aktueller Wolfsereignisse ausgewiesen werden.

Legende: Blau markiert ist das Wolfsgebiete i.S.d. Schadensausgleichs Violett markiert ist die Förderkulisse Zäune.

...............................................................................................................................

Nachsuche ohne brauchbaren Jagdhund - Jäger verliert Jagdschein

Jagd vorbei. Ein Jäger aus Schleswig-Holstein setzte nach einer Drückjagd keinen brauchbaren Jagdhund zur Nachsuche ein. Der eingesetzte Kleine Münsterländer galt für die Stöber- und Nachsuchearbeit als nicht brauchbar. Der Jäger hatte keinen brauchbaren Jagdhund zur Nachsuche auf Schalenwild eingesetzt. Betreffender Jäger agierte als Jagdleiter einer „revierübergreifenden Ansitzdrückjagd“. Für eventuell anfallende Nachsuchen stand allerdings kein geprüftes Gespann vor Ort oder in Bereitschaft zur Verfügung.
Während dieser Drückjagd wurde mindestens ein Stück Schwarzwild angeschossen. Jedoch veranlasste der Jagdleiter keine umgehende Nachsuche mit einem brauchbaren Hund. Auch organisierte er keine „fachgerechte Nachsuche“ am Folgetag, so das Verwaltunsggericht. Dies stellt einen Verstoß gegen § 22 a Bundesjagdgesetz (BJagdG) dar. Stattdessen suchte er zwei kranke Wildschweine mit seiner Kleinen Münsterländer-Hündin nach. Die Hündin stamme laut dem Beschluss zwar „aus einer leistungsgeprüften Zucht“, entspricht aber nicht einem brauchbaren Jagdhund im Sinne des § 27 Abs. 1 Landesjagdgesetz Schleswig-Holstein (LJagdG), da sie ausschließlich eine Jugendprüfung nachzuweisen hat.
Nachsuche nach Wildunfall: Jäger soll Bußgeld zahlen
Ebenso wären die Nachsuchen aus Sicht des Gerichts erfolglos geblieben, da der Jäger keine Wildfolge mit den angrenzenden Jagdrevieren vereinbart und somit „kein Betretungsrecht hatte“, heißt es weiter. Entgegen der Wildfolgeregelung laut § 23 LJagdG (Schleswig-Holstein) habe der Jäger zudem das Überwechseln der kranken Stücke nicht unverzüglich einem Jagdausübungsberechtigten des Nachbarreviers mitgeteilt.
Aufgrund der Verstöße gegen das Landesjagd- und Bundesjagdgesetz hielt das Verwaltungsgericht am Beschluss fest den Jagdschein zu entziehen. Erschwerend hinzu kam, dass der Jäger bereits mehrfach krankes Schalenwild, statt mit einem brauchbaren Hund mit seiner Münsterländer Hündin nachgesucht habe. Zudem sei "eigentlich zu erwarten, dass der Antragsteller die jagdrechtlichen Regelungen befolgt", da er ehemaliger Vizepräsident des Landesjagdverbandes ist.

Quelle: Jagderleben 02.03.2021 von Eva Grun
.................................................................................................................................

Wildfleisch ist nicht gleich Wildfleisch - Wildbret von wildlebenden Tieren und Gehegewild

Um eine Abgrenzung von Wildbret und Fleisch von Schlachtvieh zu erreichen, stellte sich der EUROPÄISCHE GERICHTSHOF (1973) die Frage, wie der Begriff „Wild“ auszulegen sei:

„In erster Linie ist Wild mit „wildlebend“ zu charakterisieren, da es dadurch eine Abgrenzung zum Begriff „Haustier“ kennzeichnet. Wildlebend sind in diesem Sinne alle Tiere, die sich in natürlicher Freiheit und sich daher nicht unter der Gewalt des Menschen befinden. Außerdem ist darauf zu achten, ob das Tier durch die Jagd erlegt worden ist oder nicht [EG 149/73]“.

Problematisch ist die Abgrenzung zwischen Wild aus freier Wildbahn und Gehegewild (Gatterwild). Gehegewild lebt nicht in natürlicher Freiheit. Es ist den landwirtschaftlichen Nutztieren gleichgestellt und hat somit einen Besitzer. Es wird nicht gejagt, sondern meist in Großgehegen gehalten und mit dem Bolzenschussgerät getötet. Hieraus ergibt sich eine völlig andere Voraussetzung als beim Naturprodukt Wild [HURLIN UND SCHULZE, 2007]. 

Somit umfasst der Begriff Wildfleisch alle zum Verzehr geeigneten Teile von Wild. Wildbret bezeichnet das Fleisch der in unserer Landschaft lebenden jagdbaren Tiere [VO (EG) 853/2004]. Es umfasst nicht das Fleisch von Gehegewild (Gatterwild), das die Gewinnung von Wildbret gemäß der Voraussetzung nach der nach der EG-Verordnung 853/2004 des europäischen Parlaments und des Rates in Bezug auf […] den tierischen Ursprung eingehalten werden müssen.

Quelle: Birgit Monika Zelinka (Stud. 2012 Mag.rer.nat.

.................................................................................................................................

Link: www.Nachsuchenstation-Dreilaendereck.de

"Für gelebten Tierschutz und Weidgerechtigkeit"

Über die Nachsuchehotline 0171 / 632 1318 erreichen Sie einen Ansprechpartner, erfahren Sie noch mehr unter www.nachsuchenstation-dreilaendereck.de, diese Website ist derzeit im Aufbau

Kirchzell. Erfahrene Nachsuchespezialisten aus dem Dreiländereck bei Kirchzell gründen die Nachsuchenstation-Dreiländereck und bieten ab sofort ihre Dienste an.

Mit drei Bayerischen Gebiergsschweißhunden, 2 Brandlbracken und einem Hannoverschen Schweißhund können Nachsuchen koordiniert werden. Darunter sind zwei anerkannte Nachsucheführer für die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Hessen. Für die Nachsuchenstation steht die gesetzlichen Verpflichtung im Fokus, dem Tierschutz Rechnung zu tragen und jagdethische Verhaltensweisen qualifiziert umzusetzen. Dabei steht immer im Vordergrund das Stück zu finden und dem Wildtier unnötige Schmerzen zu ersparen.

Die professionelle Nachsuche stellt ein Herzstück weidgerechter Jagd dar, sie bedeutet persönlich Verantwortung zu übernehmen und zollt Respekt gegenüber den Wildtieren. Die Nachsucheführer dort kennen aus ihrer langen jagdlichen Erfahrung als Hundeführer die hohen Anforderungen die mitunter gestellt werden. Nicht hinnehmbar ist aus jagdlicher Sicht die Situation, wenn schwerkrankes Wild unter einem schmerzhaften Martyrium Stunden oder Tage elend zugrunde gehen muss. Das konterkariert die Sinnhaftigkeit des Tierschutzgedankens und weidgerechten Handelns.

Im Jagd- und Wildtiermanagementgesetz (JWMG) für Baden-Württemberg beispielsweise wurde die Nachsuche im § 39 JWMG „Wildfolge“ über Jagdgrenzen hinweg per Gesetz verordnet. Absatz fünf besagt „Zum Zwecke der Wildfolge dürfen anerkannte Nachsuchegespanne ohne Zustimmung der jagdausübungsberechtigten Personen des angrenzenden Reviers die Reviergrenzen unter Mitführung geeigneter Jagdwaffen sowie in Begleitung einer weiteren zur Nachsuche ausgerüsteten Person, die Inhaberin eines Jagdscheins ist und ebenfalls geeignete Jagdwaffen führen darf, überschreiten, die Wildtiere erlegen und versorgen. Nach Beendigung der Nachsuche sind die jagdausübungsberechtigten Personen unverzüglich zu benachrichtigen“.

Bei unseren hessischen Nachbarn wird ähnlich vorgegangen. Dort kann innerhalb des Gebietes einer Hegegemeinschaft die Jagdbehörde auf Vorschlag der Hegegemeinschaft anerkannte Schweißhundeführer bestimmen, die bei der Nachsuche von Schalenwild die Grenze von Jagdbezirken einschließlich einer Begleitperson unter Mitführung der Schusswaffe ohne vorherige Benachrichtigung der Jagdausübungsberechtigten, in deren Jagdbezirk das kranke Stück Schalenwild eingewechselt ist, überschreiten.

Im Bayerische Jagdgesetz unter Art. 37 können die Revierverantwortlichen eigenverantwortlich handeln. Ihnen obliegt freiwillig die Möglichkeit über die Vorschriften der Absätze 1, 3 und 4 hinausgehende Vereinbarungen (Nachsuchevereinbarung-Wildfolge) zu treffen, diese bedürfen der Schriftform.

Die Hegegemeinschaft Kirchzell hat mit ihren Revierverantwortlichen für 16 Jagdreviere eine schriftliche Nachsuchenvereinbarungen ausgearbeitet. Die Nachsucheführer dort verfügen über einen eigens hierfür geschaffenen Ausweis

................................................................................................................................

Empfohlene Website unter folgendem Link:

http://www.natur-jagd.de/

Der Blog Natur-Jagd.de wird betrieben von Axel Seidemann. Hier finden Jägerinnen und Jäger interessante Seminartermine rund um die Jagd und Natur. Seminarangebote finden auch in unserer Nähe in Zusammenarbeit mit dem Jagdklub Darmstadt statt.

............................................................................................................................... 

Lust auf Wilderzeugnisse von registrierten regionalen Wildkammern? Informationen erhalten Sie von den Hegegemeinschaften Eichenbühl, Miltenberg und Kirchzell.

................................................................................................................................