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Historisch höchste Schwarzwildstrecke im Landkreis Miltenberg-Obernburg

Jägerinnen und Jäger erjagten im vergangenen Jagdjahr so viel Wildschweine wie noch nie: 3806 Schwarzkittel wurden zur Strecke gebracht, 116 Wildschweine schlagen zusätzlich als Verkehrsunfallwild oder durch natürliche Mortalität zu Buche.

Doch die Freude verhallt ziemlich schnell, wollen Jäger ihre regional erlegten Schwarzkittel an den Mann bringen. Der Wildhandel bezahlt ein unwürdiges Trinkgeld für regional erlegtes Wild oder kauft überhaupt keine Wildschweine mehr an. Solange der noch billigere Nachschub aus dem Osten nach Deutschland einrollen darf, wird sich daran nichts ändern. Auch aus den Vereinigten Staaten kommt Fleisch von Wildschweinen an, zusammengeschossenes aus Helikoptern.

Die beschämende Erkenntnis, dass auch aus Ländern tote Wildschweine herangekarrt werden in denen die Afrikanische Schweinepest vorherrscht, kümmert die Ministerialbürokratie nicht ernsthaft. Lediglich das Taschengeld für erlegte Frischlinge, Überläuferbachen und Bachen, die für die Aufzucht von Jungtieren (Frischlingen) nicht notwendig sind, schafft einen kleinen Anreiz die Motivation Schwarzwild zu erlegen zu beflügeln. Aber reicht das für die Zukunft wirklich aus?

Die Erkenntnis, dass die Afrikanische Schweinepest nach wie vor droht ist den Jägerinnen und Jäger nicht nur bewusst, sie setzen all ihre Erfahrung und Engagement in Bewegung, diese Pest präventiv abzuwenden. Die vorliegenden Zahlen beweisen dies.

Auch die Jagd auf Rotwild im Spessart und Odenwald bescherte den hirschgerechten Jägern Beute. Im Spessart wurden 125 Stücke und im bayerischen Odenwald 109 Stücke erlegt. Erschreckend ist die hohe Fallwildzahl bei Rehwild mit 537 gemeldeten Stücken. Erlegt wurden insgesamt 2746 Stücke Rehwild.

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Aufwandsentschädigung für erlegtes Schwarzwild.

Das Antragsformular der Aufwandsentschädigung für Schwarzwildabschüsse für das Jagdjahr 2019/20 wurde veröffentlicht. Die Datei Erstattungsantrag-2020.pdf kann beispielsweise ab sofort auf den bekannten Seiten der Landratsämter heruntergeladen werden. Beachten Sie den Abgabetermin.

http://www.lgl.bayern.de/downloads/tiergesundheit

https://www.lgl.bayern.de/downloads/tiergesundheit/doc/erstattungsantrag_schwarzwild_2020.pdf

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Nach 15 Jahren als Jagdberater für den nördlichen Landkreis Miltenberg hat Roland Dotterweich dieses Ehrenamt abgegeben

Zu seinem Nachfolger hat Landrat Jens Marco Scherf den Mömlingener Horst Feyrer bestellt. Die Leiterin der Unteren Jagdbehörde, Regina Groll, würdigte die Verdienste des 77-jährigen Dotterweich, der am 1. April 2005 als Nachfolger von Dr. Gottfried Gramm für die Jagdbehörde Miltenberg zum Jagdberater bestellt worden war.

Roland Dotterweich war in Jäger- wie Behördenkreisen sehr beliebt und hat sich mit seiner Fachkenntnis hohes Ansehen und Respekt erarbeitet. Auch die Churfrankenjäger sagen Roland Dotterweich von Herzen Dank, und wünschen dem gestandenen Nimrod alles Gute.

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Dringend Fleißarbeit geboten: Geschlechterverhältnis - Jagdstrategie und Jagdmethoden

Churfrankenjäger.de |
Ein Waldrevier verändert sich über die Jagdperioden hinweg, damit verändert sich auch das Waldbild und ebenso der Lebensraum unseres Rehwildes. So sollten sich Revierverantwortliche über die Jagdperiode mehrfach einen Überblick über die Verteilung des Rehwildes in ihrem Revier verschaffen. Über deren Territorien, über optimale und suboptimale Lebensräume. So können Revierverantwortliche ihre Jagdstrategie danach ausrichten und strategisch dort jagen, wo sich Rehwild konzentriert.

Zugleich sind Erkenntnisse über jahreszeitliche wie auch tägliche Aktivitätszyklen des Rehwildes einzubeziehen, damit Revierverantwortliche bei der Bejagung Phasen hoher Aktivität durch vermehrte Sichtbarkeit nutzen können. Es ist gegebenenfalls auch eine neue Herausforderung die auf Revierverantwortliche zukommt, bezüglich neuer Maßstäbe an Jagdstrategien oder an neue Jagdmethoden.

Ob Einzelansitz, Gruppenansitz, Pirsch, Lock-, Bewegungs- oder Intervalljagd, Jägerinnen und Jäger müssen sehr viel mehr flexibel denken und handeln. Definieren der Kernzonen mit optimalen Lebensräumen und hoher Lebensraumbonität ist wichtig. Wo vornehmlich vitale mittelalte Stücke beiderlei Geschlecht auftreten, sind die Randzonen jagdlich zu nutzen, dorthin werden schwächere und jüngere Stücke abgedrängt. Auch gemeinschaftlich intensivierte Jagdintervalle mit den Reviernachbarn, beispielsweise über angrenzende Feld- Waldgrenze oder Wald- Feldgrenze hinweg, können durchaus zu effizienten Jagstrecke beitragen.

Koordinierte revierübergreifende Gruppenansitze sind eine gute Jagdalternative. Alternativ zum täglichen Einzelansitz wird in der Regel weniger beunruhigt und gleichzeitig eine größere Zeit- und Raumabdeckung erreicht. Gegenseitige Absprachen wie das koordinierte Abbaumen und Bergen von Wild, kann beim Gruppenansitz hilfreich sein und bescheren größeren Jagderfolg bei weniger Jagddruck. Und gemeinschaftliches Handeln an sich erfährt einen neuen, sehr viel höheren Stellenwert. 

Männliches Rehwild
Grundsätzlich sollte der Abschussplan beim männlichen Rehwild - das sind Böcke und Bockkitze - mindestens 50 bis 65 Prozent bei einer „tragbaren“ Wilddichte des Gesamtabschusses betragen. Derselbe Grundsatz gilt für das weibliche Wild bei „tragbarer“ Wilddichte. Hierdurch soll ein Geschlechterverhältnis von 1:1 herbeigeführt bzw. erhalten werden.

Weibliches Rehwild
Der Abschuss von Schmalreh, Geiß und Kitz ist elementar wichtig und außerordentlich gewissenhaft durchzuführen. Unterstellt, Revierverantwortliche kennen ihren Rehwildbestand, sollten sie mittelalte Geißen schonen. Nichtführende, vitale und starke Geißen sollten nicht erlegt werden, diese könnten mit hoher Wahrscheinlichkeit ihre Kitze verloren haben. Sind diese vital und gesund, können sie bis ins hohe Alter führen. Somit sollte das das Augenmerk auf den Abschuss von Schmalrehen und Altgeißen gerichtet sein. Eine tragbare Wilddichte ist nur bei entsprechend hohem Kitzabschuss (Geiß- und Bockkitze) zu erreichen.

An weiblichem Rehwild sollen bis zu zwei Drittel an Geißkitzen und mindestens ein Drittel Geißen und Schmalrehe erlegt werden. Starke, kräftige Geißen sind die Voraussetzung für einen qualitativen Rehbestand. Schwache, adulten Geißen mit Wildbretgewichten von knapp 13kg im Durchschnitt, sind Indikator für einen eher hohen Rehwildbestand. Weibliche Stücke sollten rechtzeitig, d. h. immer zum jeweiligen Aufgang der Jagdzeit erlegt werden. Damit verschaffen sich Revierverantwortliche den Vorteil, der sich mit Aufgang der Jagdzeit bietet: Die Stücke sind nicht zu sehr heimlich, die Waldvegetation ist noch nicht üppig und das Wetter verschafft mehr Anblick und Erfolg.

Auch lassen sich Schmalrehe zum Beginn ihrer Jagdzeit eindeutig von adulten Stücken unterscheiden. Gerade Schmalrehe sind zu diesem Zeitpunkt im Kontrast zu noch tragenden oder säugenden Geißen gut anzusprechen. Grundsätzlich sollte mit dem Schmalreh-, Geißen- und Kitzabschuss unmittelbar zum jeweiligen Jagdbeginn gestartet werden. Dabei sollten vorrangig schwache Geißen und Kitze die schwächer als der Durchschnitt sind, ebenso spätsetzende Geißen ungeachtet ihrer Wildbretstärke, samt ihren Kitzen (Kitze vor der Geiß) erlegt werden. Springt eine Geiß nach dem Erlegen des Kitzes ab und wartet geduldig, kommt in den meisten Fällen das Stück meist zurück um nach ihrem Kitz zu suchen. Reicht das Büchsenlicht beim Abendansitz nicht aus, lohnt sich ein Ansitz an gleicher Stelle am darauffolgenden Tag.

Kitze
Die Gewichtsdifferenz zwischen Septemberkitzen und Novemberkitzen in hiesigen Revieren beträgt im Durchschnitt nur rund ein bis knapp eineinhalb Kilogramm. Eine signifikante Gewichtszunahme ab November findet nicht mehr statt. Mit dem einsetzenden Laubfall werden die Aktivitätsphasen des Rehwilds zunehmend geringer, sie schonen sich und sind auf Wintermodus programmiert, die geringere Tageslichtmenge schränkt die Aktivität in jeder Hinsicht ein. Frühzeitig sollte die Jagd auf schwache Kitze, möglichst gleich zu Beginn der Jagdzeit.

Dies wiederum schont die Kondition der Muttergeißen, denn die Kitze säugen durchaus bis in den Oktober oder in den November hinein. Die Mortalität ist bei Rehkitzen immer besonders hoch, somit schöpfen Sie erfolgreich früh ab, was sich Mutter Natur im Laufe des Winters wegnimmt. Diejenigen Rehe die frühzeitig erlegt werden treten nicht mehr in Äsungskonkurrenz, dies wiederum kommt der körperlichen Konstitution und damit der Qualität der Rehwildpopulation insgesamt zugute.

Bei Zwillingskitzen stets das schwächere Kitz erlegen, wobei das Geschlecht unberücksichtigt bleibt. Bestenfalls umfasst der Kitzabschuss ein Drittel männliche und zwei Drittel weibliche Kitze. Schmalrehe, besonders die schwachen, sollten sofort mit Aufgang der Jagdzeit erlegt werden.
Zeitlich verzögerte Erlegungszeitpunkte bringen sehr viele Nachteile mit sich. Zeitdruck ist ein schlechter Jäger, er verhindert nämlich den gezielten Wahlabschuss. Im Herbst kämpft man nämlich nicht nur gegen den Faktor Zeit, denn durch Wetterunbilden über Tage hinweg oder fehlende Sonnenaktivitäten, verspricht ein Ansitz oder die Pirsch kein Erfolg.

Beiderlei Geschlecht
Das Verfärben unseres Rehwildes im Frühjahr und im Herbst ist ein wichtiger Parameter für den Gesundheitszustand und die Qualität des Bestandes. Erstreckt sich bei Rehwild der Haarwechsel über einen ausgedehnteren Zeitraum, könnte das Stück krank oder alt sein.

Fakt: Mehr Nahrung und gute Habitatqualität - bessere Kondition, höhere Fortpflanzungsrate
Fakt: Bessere Kondition der Geißen - mehr und stärkere Kitze, höhere Individuendichte
Resümee: Sichtbare Reduktion des Rehwildbestands durch jagdlichen Eingriff


Zuwachs
Zur Berechnung des Zuwachses bilden der Grundbestand und das Geschlechterverhältnis die Grundlagen. Der Zuwachs ist umso höher, je günstiger die Lebensbedingungen sind. Folgender Erfahrungswerte können angenommen werden: Beim Rehwild: 80 - 120 % aller Geißen und Schmalrehe.
In diesem Zuwachsrahmen sind die regelmäßigen, für die betreffende Wildart unter normalen Verhältnissen zu erwartenden Jungwildverluste, bis zum Beginn der Jagdzeit des Jungwildes bereits berücksichtigt. Bei einer tragbaren Wilddichte bestimmt sich der erforderliche Abschuss nach der Höhe des tatsächlichen Zuwachses. Ist der Wildbestand überhöht oder zu niedrig, oder in seinem Bestand gefährdet, so ist im ersten Fall der Überhang - wenn nötig auf einige Jahre verteilt - abzubauen. Im zweiten Fall ist der Abschuss so lange zu beschränken, bis der tragbare Wildbestand erreicht ist.

Vom Zuwachs sollte etwa die Hälfte erlegt werden. Das entspricht, wenn die Abschussplanung keine Veränderung der Wildbestandshöhe zum Ziel hat, zugleich der Hälfte des Gesamtabschusses. Die auf die einzelnen Altersklassen entfallenden Abschüsse sollen bei normalem Wildbestand so aufgeteilt werden, dass etwa 50 % bis 65 % auf die Jugendklasse, etwa 20 % auf die mittlere Altersklasse und etwa 30 % auf die obere Altersklasse entfallen. In der Jugendklasse finden sich Jährlinge, Schmalrehe und Kitze beiderlei Geschlecht. Für die Abschussauswahl der einzelnen Stücke ist in erster Linie die körperliche Verfassung maßgebend: Dies gilt insbesondere beim Zuwachs und in der Jugendklasse.

Kümmerer oder schwache Familienverbände holen in der Regel nicht mehr auf. Schwaches weibliches Wild jeder Altersklasse und solches mit schwachem oder spät gesetztem Nachwuchs ist mit diesem zu erlegen. Ein entsprechender Abschussanteil an Kitzen ist jedoch erforderlich, um den Abschuss von genügend Geißen der oberen Altersklasse zu ermöglichen und um Winterverluste zu vermindern. Die Erhaltung einer dem Wildbestand angemessenen Altersstruktur verlangt starke Eingriffe in den Zuwachs und in die Jugendklasse.

Altersaufbau
In freier Wildbahn sind die Abgänge beim Zuwachs, in der Jugend- und in der oberen Altersklasse am stärksten. Die mittlere Altersklasse weist die geringsten Abgänge auf. In ihr befinden sich die für die Fortpflanzung maßgeblichen (sozial reifen) Stücke und damit die Hauptträger einer Wildpopulation. Den natürlichen Auslesevorgängen hat sich die Regulierung der Wildbestände anzupassen.

Quelle: Churfrankenjäger.de/Zundel/Ueckermann/Stubbe et al.
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Interesse am Jagdschein bleibt groß

Das Interesse an Jagd und Natur erfährt derzeit hohen Zuspruch. Der Ansporn eine Jägerprüfung erfolgreich abzulegen kann viele Beweggründe haben. Beispielsweise wollen sich Interessierte aktiv als staatlich geprüfte Naturschützer in unserer Region ehrenamtlich einbringen. Oder sie wollen selbst in der Lage sein, das Tier, dessen Fleisch sie verspeisen, zu erjagen.

Die Facetten der Jagd sind wie die Natur vielfältig. Jagd ist spannend, fordert Geist und die Bereitschaft, sich überdurchschnittlich zu engagieren.

Revierverpächter in der Region Churfranken bieten die Möglichkeit, Einblicke in das aktive Jagdgeschehen zu ermöglichen, beispielsweise während einem Revierbegang. Hierzu sind Sie herzlich eingeladen, wenn sich die Pandemiesituation entspannt hat.

Die Hegegemeinschaften Eichenbühl, Kirchzell und Miltenberg freuen sich, Sie kennenzulernen. Schreiben Sie uns schon jetzt an:

churfrankenjaeger@gmx.de

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Trichinenprobenentnahme: Basisschulung für Jäger am 16. Juli:

Die diesjährige Basisschulung der Jäger zur Trichinenprobenentnahme beim Schwarzwild findet am Donnerstag, 16. Juli, um 18.30 Uhr im Sitzungssaal des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis, Haus IV, 4. Stock, Gartenstraße 2a, in Tauberbischofsheim statt. Parkplätze sind im Hof des Landratsamtes, Gartenstraße 1, vorhanden.

Aufgrund einer Änderung des Fleischhygienerechts können Jagdausübungsberechtigte mit der Entnahme von Trichinenproben beauftragt werden. Es handelt sich um die Übertragung hoheitlicher Aufgaben durch das Landratsamt. Voraussetzung für die Beauftragung ist neben einem gültigen Jagdschein auch die Teilnahme an dieser Schulung zur Entnahme und Kennzeichnung von Trichinenproben.

Anmeldungen für die Basisschulung nimmt das Veterinäramt das Landratsamtes Main-Tauber-Kreis in Bad Mergentheim unter der Telefonnummer 07931/4827-6253 entgegen.

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Die Hegegemeinschaft Kirchzell ermöglicht "Jungtreibern" Einblick in das Jagdgeschehen - Spannung garantiert!

 

Für den Herbst und Winter 2020, hat die Hegegemeinschaft Kirchzell ihre Drückjagdtermine festgelegt. Drückjagden im Dreiländereck im Bayerischen Odenwald bieten die Möglichkeit, sich als Treiber aktiv zu beteiligen. Wer Interesse und Passion für unsere Natur mitbringt, kann sich mit Peter Hennig in Verbindung setzen. Kontakt erbeten unter puh_hennig@t-online.de oder per Whatsapp 0176 27862222. ................................................................................................................................Lust auf Wilderzeugnisse von registrierten regionalen Wildkammern? Informationen erhalten Sie von den Hegegemeinschaften Eichenbühl, Miltenberg und Kirchzell.