Link: www.Nachsuchenstation-Dreilaendereck.de

"Für gelebten Tierschutz und Weidgerechtigkeit"

Über die Nachsuchehotline 0171 / 632 1318 erreichen Sie einen Ansprechpartner, erfahren Sie noch mehr unter www.nachsuchenstation-dreilaendereck.de, diese Website ist derzeit im Aufbau

Kirchzell. Erfahrene Nachsuchespezialisten aus dem Dreiländereck bei Kirchzell gründen die Nachsuchenstation-Dreiländereck und bieten ab sofort ihre Dienste an.

Mit drei Bayerischen Gebiergsschweißhunden, 2 Brandlbracken und einem Hannoverschen Schweißhund können Nachsuchen koordiniert werden. Darunter sind zwei anerkannte Nachsucheführer für die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Hessen. Für die Nachsuchenstation steht die gesetzlichen Verpflichtung im Fokus, dem Tierschutz Rechnung zu tragen und jagdethische Verhaltensweisen qualifiziert umzusetzen. Dabei steht immer im Vordergrund das Stück zu finden und dem Wildtier unnötige Schmerzen zu ersparen.

Die professionelle Nachsuche stellt ein Herzstück weidgerechter Jagd dar, sie bedeutet persönlich Verantwortung zu übernehmen und zollt Respekt gegenüber den Wildtieren. Die Nachsucheführer dort kennen aus ihrer langen jagdlichen Erfahrung als Hundeführer die hohen Anforderungen die mitunter gestellt werden. Nicht hinnehmbar ist aus jagdlicher Sicht die Situation, wenn schwerkrankes Wild unter einem schmerzhaften Martyrium Stunden oder Tage elend zugrunde gehen muss. Das konterkariert die Sinnhaftigkeit des Tierschutzgedankens und weidgerechten Handelns.

Im Jagd- und Wildtiermanagementgesetz (JWMG) für Baden-Württemberg beispielsweise wurde die Nachsuche im § 39 JWMG „Wildfolge“ über Jagdgrenzen hinweg per Gesetz verordnet. Absatz fünf besagt „Zum Zwecke der Wildfolge dürfen anerkannte Nachsuchegespanne ohne Zustimmung der jagdausübungsberechtigten Personen des angrenzenden Reviers die Reviergrenzen unter Mitführung geeigneter Jagdwaffen sowie in Begleitung einer weiteren zur Nachsuche ausgerüsteten Person, die Inhaberin eines Jagdscheins ist und ebenfalls geeignete Jagdwaffen führen darf, überschreiten, die Wildtiere erlegen und versorgen. Nach Beendigung der Nachsuche sind die jagdausübungsberechtigten Personen unverzüglich zu benachrichtigen“.

Bei unseren hessischen Nachbarn wird ähnlich vorgegangen. Dort kann innerhalb des Gebietes einer Hegegemeinschaft die Jagdbehörde auf Vorschlag der Hegegemeinschaft anerkannte Schweißhundeführer bestimmen, die bei der Nachsuche von Schalenwild die Grenze von Jagdbezirken einschließlich einer Begleitperson unter Mitführung der Schusswaffe ohne vorherige Benachrichtigung der Jagdausübungsberechtigten, in deren Jagdbezirk das kranke Stück Schalenwild eingewechselt ist, überschreiten.

Im Bayerische Jagdgesetz unter Art. 37 können die Revierverantwortlichen eigenverantwortlich handeln. Ihnen obliegt freiwillig die Möglichkeit über die Vorschriften der Absätze 1, 3 und 4 hinausgehende Vereinbarungen (Nachsuchevereinbarung-Wildfolge) zu treffen, diese bedürfen der Schriftform.

Die Hegegemeinschaft Kirchzell hat mit ihren Revierverantwortlichen für 16 Jagdreviere eine schriftliche Nachsuchenvereinbarungen ausgearbeitet. Die Nachsucheführer dort verfügen über einen eigens hierfür geschaffenen Ausweis

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NEWS vom 20.Oktober ++++ Am 11. Oktober fanden Spaziergänger in einem Waldstück (Staatswald) nahe Vilseck zwei erlegte und aufgebrochene Rehböcke. Sie waren mit Wildmarken versehen. Die Polizei wird den Fall jedoch nicht verfolgen, da beide Rehböcke verworfen werden sollten. Der zuständige staatliche Revierleiter habe sie am Fundort zwischengelagert, jedoch anschließend vergessen zu entsorgen. Ein Jäger aus dem Nachbarrevier wirft den Verantwortlichen im Staatswald Jagdfrevel und Steuergeldverschwendung vor. Interessant dabei: Das Unternehmen Bayerische Staatsforsten (BaySF) hat viel Kritik für eine gemeinsame Projektankündigung mit dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) vom 15. Juni 2020 eingesteckt, in der BaySF-Chef Martin Neumeyer ankündigte, geschossenes Wild künftig an Geier und Adler verfüttern zu wollen. Das Unternehmen musste am 16. Juni nachjustieren und betonte in einer Stellungnahme, „dass das wertvolle auf der Jagd gewonnene Wildbret bestmöglich als hochwertiges Nahrungsmittel verwendet wird.“ Belassen würden „Wildtierteile und Aufbrüche“, die Abschüsse würden für das Projekt nicht erhöht, sondern man meine „Fallwild und Reste von zerwirktem Wild“. In der Pressemitteilung war jedoch unter anderem die Rede von „geschossenem nicht verwertbarem Wild“ gewesen ++++ Darum wurde der Wolf als gefährdet eingeordnet und in die Rote Liste aufgenommen: In die Rote Liste würden Daten „aus eigenen Beobachtungen der Rote-Liste-Autorinnen und -Autoren, Daten der Naturschutzbehörden der Länder, Daten von Planungsbüros, regionalen Kartierungsprojekten oder forschenden Einzelpersonen“ einfließen, erklärte eine Sprecherin des Bundesamt für Naturschutz. Bei der Einstufung des Wolfes hätte man somit u.a. auch die Daten aus dem Wolfsmonitoring der Bundesländer berücksichtigt ++++ ASP auf einer Oderinsel: Bei angeblich "verendeten" Wildschweine handelt es sich um eine Fehleinschätzung, ob die Rotte daher infiziert ist, bleibt unklar. Anhand von Drohnenaufnahmen wurde davon ausgegangen, dass die rund 30 Tiere bereits an der Afrikanischen Schweinepest verendet seien oder kurz vorm Verenden stünden. Das Betreten der Insel sei aber aufgrund von Munitionsrückständen nicht möglich. Tiere haben wohl nur geschlafen, Verantwortlicher des Landkreises Märkisch-Oderland gab an, dass bei weiteren Kontrollflügen über die Insel keine Kadaver mehr aufgefunden wurden. Eine ursprüngliche Drohnenaufnahme wurde nochmals mit Wildbiologen ausgewertet und diese seien zum Entschluss gekommen, dass entgegen der Befürchtungen die Tiere wohl nur geschlafen haben und nicht verendet gewesen seien ++++

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Besonnen handeln, denn Panik ist ein schlechter Berater in ASP-Zeiten. Verzehr von leckerem Wildschweinfleisch schützt unser urigstes heimisches Wild vor der Afrikanischen Schweinepest. Jagen statt klagen. 

ASP-Einsatz: Wer haftet für Unfälle bei der Kadaversuche?

Quelle und Verfasser: Jagderleben. Wenn der Staat uns Jäger verpflichtet, Kadaver zu beseitigen und andere Maßnahmen zur ASP-Prävention vorzunehmen – wer haftet eigentlich, falls dabei etwas passiert? Nach den kontroversen Diskussionen beim Deutschen Jagdrechtstag 2019 um die Frage, wer haftet, wenn die öffentliche Hand die Jäger verpflichtet, Kadaver zu beseitigen und andere Maßnahmen zur Prävention der Seuchenverbreitung vorzunehmen, hat Dr. Dirk van der Sant von der Gothaer Versicherung bei der für alle Jäger zuständigen Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft nachgefragt, ob diese denn für Schäden eintritt.

Die antwortete wie folgt: „Für die Beurteilung des Versicherungsschutzes kommt es wie immer auf die konkreten Umstände des Einzelfalles an, um den Versicherungsschutz prüfen zu können.“ Hier endet die Zuständigkeit

Dennoch möchte ich (Anm. Redaktion: "Jagderleben") versuchen, Ihnen einen kurzen Überblick zum Versicherungsschutz im Zusammenhang mit der ASP zu geben: Die Beseitigung von Wildkadavern (Fallwild) im Revier ist eine grundsätzliche Aufgabe des Jagdunternehmers. Sie fällt in den Bereich der Hege- und Pflegemaßnahmen, und die damit verbundenen Tätigkeiten sind über § 2 Abs. 1 Nr. 5 Buchst. a SGB VII grundsätzlich in der Landwirtschaftlichen Unfallversicherung (LUV) versichert. Die mit diesen Tätigkeiten beauftragten oder daran beteiligten Helfer unterliegen ebenfalls grundsätzlich dem Unfallversicherungsschutz in der LUV, wenn sie diese Aufgaben entweder nach § 2 Abs. 2 SGB VII arbeitnehmerähnlich oder nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII als im Jagdunternehmen angestellte Arbeitnehmer erledigen.

Nach Auffassung der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) ist die Zuständigkeit in der Landwirtschaftlichen Unfallversicherung jedoch nicht (!) mehr gegeben, wenn die Beseitigung von Wildkadavern auf Veranlassung staatlicher Stellen aus seuchenhygienischen Gründen durchgeführt werden muss. Das Revier ist durch die tierseuchenrechtlichen Anordnungen „gemaßregelt“ und die „Revierhygiene“ damit unmittelbare Folge dieser Anordnungen. Die „Maßregelung“ führt rechtlich im Weiteren dazu, dass der Jagdunternehmer und die von ihm zur Aufgabenerledigung eingesetzten oder beteiligten Helfer durch die anordnenden staatlichen Stellen im Rahmen der Gefahrenabwehr beauftragt sind, verendete

Tiere aus dem Revier zu entsorgen und unterliegen dem Unfallversicherungsschutz nach § 2 Abs. 1 Nr. 13 Buchst. a SGB VII. Dem folgend ist die Unfallversicherung durch die zuständige Unfallkasse durchzuführen, der Fall wäre dahin abzugeben.

Aktuell werden im Zuge der ASP-Seuchenabwehr auch eigens für diesen Notfall von den zuständigen staatlichen Stellen ausgearbeitete Maßnahmenpläne umgesetzt, die den Einsatz von Bergungstrupps vorsehen. Die Bergungstrupps werden von den staatlichen Stellen organisiert und mit Fachleuten besetzt und haben die Aufgabe, in den Jagdbezirken die Wildkadaver zu beseitigen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Seuchengefahr geringzuhalten oder zu beseitigen und den Übersprung auf andere Regionen oder die Nutzschweinbestände zu verhindern.

Rechtstipp

SCHRIFTLICHE BESTÄTIGUNG EINHOLEN!

Der/ die verpflichteten Jäger/ in sollte sich also von der Behörde unbedingt eine schriftliche Bestätigung darüber geben lassen, dass ihn/ sie diese von sämtlichen Schadensersatzansprüchen Dritter freistellt und ihn/ sie im Falle eines Arbeitsunfalls nach den gesetzlichen Vorgaben absichert beziehungsweise entschädigt. Das gilt im Übrigen genauso für den Aufwendungsersatz für Fahrten, Kleidung und sonstiges Einsatzgerät.

Unfallkassen anstatt der LUV Jagdunternehmer und auch andere Jagdausübungsberechtigte, wie Begehungsscheininhaber, Jagderlaubnisnehmer, beglaubigte Jagdaufseher und Förster, sind regelmäßig wegen ihrer fachlichen Kompetenz und der Orts- und Revierkenntnisse in die Bergungs- und Entsorgungsmaßnahmen eingebunden und deshalb aktiver Bestandteil der Bergungstrupps.

Die in den Bergungstrupps eingesetzten Jagdunternehmer und Jagdausübungsberechtigten unterliegen bei den Bergungsarbeiten (Wildkadaverbeseitigung) und damit im Sachzusammenhang stehenden Tätigkeiten nicht dem Unfallversicherungsschutz in der LUV, sondern die Durchführung der Unfallversicherung fällt in die Zuständigkeit der Unfallkassen. Personelle Zusammenstellung der Bergungstrupps und Durchführung der Aufgaben erfolgen auf Anordnung respektive Weisung der für die Durchführung des Maßnahmeplans zuständigen staatlichen Stellen (Ministerium und untergeordnete Stellen, bis hinunter zu Kreisverwaltungsbehörden und Ähnliche). Die daraus resultierenden Tätigkeiten zur Wildkadaverbeseitigung stehen nicht mehr im sachlichen Kontext einer (jagd)unternehmerischen oder unternehmensbezogenen Handlung oder Aufgabe, sondern sind im unmittelbaren Sachzusammenhang mit dem an den Bergungstrupp erteilten öffentlichen Auftrag zu beurteilen.

Die angeordnete Handlung dient einem öffentlichen Interesse (Tierseuchenschutz; keine Individualinteressen), und Auftraggeber bzw. Verpflichtender ist eine öffentliche Stelle. Pflichten öffentlicher Auftraggeber Damit liegen die Voraussetzungen für einen Unfallversicherungsschutz bei Dienstleistungen im Bergungs- und Entsorgungstrupps gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 11 Buchst. a SGB VII vor. Die Zuständigkeit liegt bei den UV-Trägern der öffentlichen Hand, nicht bei der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft. Fazit: Wer sich also von der öffentlichen Hand verpflichten lässt, die Kadaver zu beseitigen, der sollte sich darüber im Klaren sein, dass die gesetzliche Unfallversicherung keinen Versicherungsschutz anbietet. Gleiches könnte wohl auch für die Jagdhaftpflichtversicherung gelten.

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Aufwandsentschädigung Schwarzwild

Die erste Tranche der Aufwandsentschädigung für die Schwarzwildbejagung des vergangenen Jagdjahres 2019/2020 ist diese Woche ausbezahlt worden. Die zweite Tranche der staatlichen Förderung wird sich wegen der Corona-Pandemie durch das LGL verzögern.

Darüber hinaus gibt es auch für dieses Jagdjahr 2020/2021 eine Aufwandsentschädigung, zusätzlich auch für erlegte Keiler und Überläuferkeiler.

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Empfohlene Website unter folgendem Link:

http://www.natur-jagd.de/

Der Blog Natur-Jagd.de wird betrieben von Axel Seidemann. Hier finden Jägerinnen und Jäger interessante Seminartermine rund um die Jagd und Natur. Seminarangebote finden auch in unserer Nähe in Zusammenarbeit mit dem Jagdklub Darmstadt statt.

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Mit Jagdpächtern in Churfranken und im Dreiländereck auf Reviergang

Lernen Sie die Natur mit ihren zahlreichen Facetten aus Sicht verantwortungsbewusster Jagdpächter kennen. Wir bieten Interessierten einen rationalen Einblick in die Geschehnisse von Jagd und Natur, vermitteln unter realen Bedingungen beim Pirschgang, Ansitz oder Arbeitseinsatz Basiswissen. Wir zeigen Ihnen wie Jägerinnen und Jäger ticken. Im Vordergrund steht auch die professionelle Wildverwertung, denn regional erlegtes Wild aus Churfranken ist eine Delikatesse.

Sie erfahren in allen Bereichen ein Höchstmaß an qualifizierten Tipps. Nicht nur Natur und Jagd stehen im Vordergrund, es fallen eine ganze Reihe von wiederkehrenden Revierarbeiten an. Zur Jagdausrüstung und der eigenen Performance gehören auch Arbeitshandschuhe und der Wille, handwerkliches Geschick an den Tag zu legen. Sollte Sie nach dem Hineinschnuppern das Jagdfieber ereilen, schaffen wir Abhilfe. Bei weiterreichendem Interesse unterstützen Sie die Hegegemeinschaften beim Erlangen des Jagdscheins und zeigen Ihnen Perspektiven auf, wie Sie danach als aktive Jägerin oder Jäger mit anpacken können.

Das erwartet Sie: Präzision, Reviere, Jäger, Wild

Beispiel Hegegemeinschaft Miltenberg: Erfahren Sie, wie in mehreren aneinandergrenzenden Jagdrevieren auf über 1000 ha Jagdfläche gemeinsam Jagdstrategien umgesetzt werden. Sie sind mit auf Pirschgang und erleben Situationen, wie sie nur Jägerinnen und Jäger aufgrund ihrer Erfahrung vorbehalten sind. Verhören Sie beim Abend- und Nachtansitz Geräusche, die ihnen bislang fremd waren oder Sie nicht zu deuten wussten. Werden Sie Zeuge beim Umgang mit erlegtem Wild und wie das Fleisch küchenfertig verarbeitet wird. Wir zeigen Ihnen auf, was Jägerinnen und Jäger in der Praxis leisten.

Beispiel Hegegemeinschaft Kirchzell: Zahlreiche Gesellschaftsjagden ab Herbst im Dreiländereck im Bayerischen Odenwald bieten die Möglichkeit, sich als Treiber aktiv zu beteiligen. Wer hierfür Interesse und Passion mitbringt, kann sich unter Berücksichtigung eventueller Beschränkungen wegen der Coronasituation, jederzeit hierzu anmelden. Viele heute passionierte Jägerinnen und Jäger haben ihre jagdliche Karriere als Treiber oder Treiberin begonnen. Bei weiterreichendem Interesse führen Sie auch Jägerinnen und Jäger der Hegegemeinschaft Kirchzell an die Jägerprüfung heran. 

Beispiel Hegegemeinschaft Eichenbühl: Auch hier bieten sich vielfache Möglichkeiten mit der Jagd und Natur in Verbindung zu kommen. In den Sommermonaten von Juni - Oktober sind jeden Donnerstag Abend von 19 - 20 Uhr Ansprechpartner in den Bürgstädter Weinbergen anwesend. Unter den Klängen von Jagdhörnern sind Interessierte willkommen. Gespräche mit dem Jagdhundeführer - dem Falkner - dem Förster dem Winzer sind möglich.

Kontaktaufnahme:

Hegegemeinschaft Miltenberg: 0171/490 66 96

Hegegemeinschaft Kirchzell  0176/27 86 22 22

Hegegemeinschaft Eichenbühl: 0151 615 107 84

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Dringend Fleißarbeit geboten: Geschlechterverhältnis - Jagdstrategie und Jagdmethoden

Churfrankenjäger.de |
Ein Waldrevier verändert sich über die Jagdperioden hinweg, damit verändert sich auch das Waldbild und ebenso der Lebensraum unseres Rehwildes. So sollten sich Revierverantwortliche über die Jagdperiode mehrfach einen Überblick über die Verteilung des Rehwildes in ihrem Revier verschaffen. Über deren Territorien, über optimale und suboptimale Lebensräume. So können Revierverantwortliche ihre Jagdstrategie danach ausrichten und strategisch dort jagen, wo sich Rehwild konzentriert.

Zugleich sind Erkenntnisse über jahreszeitliche wie auch tägliche Aktivitätszyklen des Rehwildes einzubeziehen, damit Revierverantwortliche bei der Bejagung Phasen hoher Aktivität durch vermehrte Sichtbarkeit nutzen können. Es ist gegebenenfalls auch eine neue Herausforderung die auf Revierverantwortliche zukommt, bezüglich neuer Maßstäbe an Jagdstrategien oder an neue Jagdmethoden.

Ob Einzelansitz, Gruppenansitz, Pirsch, Lock-, Bewegungs- oder Intervalljagd, Jägerinnen und Jäger müssen sehr viel mehr flexibel denken und handeln. Definieren der Kernzonen mit optimalen Lebensräumen und hoher Lebensraumbonität ist wichtig. Wo vornehmlich vitale mittelalte Stücke beiderlei Geschlecht auftreten, sind die Randzonen jagdlich zu nutzen, dorthin werden schwächere und jüngere Stücke abgedrängt. Auch gemeinschaftlich intensivierte Jagdintervalle mit den Reviernachbarn, beispielsweise über angrenzende Feld- Waldgrenze oder Wald- Feldgrenze hinweg, können durchaus zu effizienten Jagstrecke beitragen.

Koordinierte revierübergreifende Gruppenansitze sind eine gute Jagdalternative. Alternativ zum täglichen Einzelansitz wird in der Regel weniger beunruhigt und gleichzeitig eine größere Zeit- und Raumabdeckung erreicht. Gegenseitige Absprachen wie das koordinierte Abbaumen und Bergen von Wild, kann beim Gruppenansitz hilfreich sein und bescheren größeren Jagderfolg bei weniger Jagddruck. Und gemeinschaftliches Handeln an sich erfährt einen neuen, sehr viel höheren Stellenwert. 

Männliches Rehwild
Grundsätzlich sollte der Abschussplan beim männlichen Rehwild - das sind Böcke und Bockkitze - mindestens 50 bis 65 Prozent bei einer „tragbaren“ Wilddichte des Gesamtabschusses betragen. Derselbe Grundsatz gilt für das weibliche Wild bei „tragbarer“ Wilddichte. Hierdurch soll ein Geschlechterverhältnis von 1:1 herbeigeführt bzw. erhalten werden.

Weibliches Rehwild
Der Abschuss von Schmalreh, Geiß und Kitz ist elementar wichtig und außerordentlich gewissenhaft durchzuführen. Unterstellt, Revierverantwortliche kennen ihren Rehwildbestand, sollten sie mittelalte Geißen schonen. Nichtführende, vitale und starke Geißen sollten nicht erlegt werden, diese könnten mit hoher Wahrscheinlichkeit ihre Kitze verloren haben. Sind diese vital und gesund, können sie bis ins hohe Alter führen. Somit sollte das das Augenmerk auf den Abschuss von Schmalrehen und Altgeißen gerichtet sein. Eine tragbare Wilddichte ist nur bei entsprechend hohem Kitzabschuss (Geiß- und Bockkitze) zu erreichen.

An weiblichem Rehwild sollen bis zu zwei Drittel an Geißkitzen und mindestens ein Drittel Geißen und Schmalrehe erlegt werden. Starke, kräftige Geißen sind die Voraussetzung für einen qualitativen Rehbestand. Schwache, adulten Geißen mit Wildbretgewichten von knapp 13kg im Durchschnitt, sind Indikator für einen eher hohen Rehwildbestand. Weibliche Stücke sollten rechtzeitig, d. h. immer zum jeweiligen Aufgang der Jagdzeit erlegt werden. Damit verschaffen sich Revierverantwortliche den Vorteil, der sich mit Aufgang der Jagdzeit bietet: Die Stücke sind nicht zu sehr heimlich, die Waldvegetation ist noch nicht üppig und das Wetter verschafft mehr Anblick und Erfolg.

Auch lassen sich Schmalrehe zum Beginn ihrer Jagdzeit eindeutig von adulten Stücken unterscheiden. Gerade Schmalrehe sind zu diesem Zeitpunkt im Kontrast zu noch tragenden oder säugenden Geißen gut anzusprechen. Grundsätzlich sollte mit dem Schmalreh-, Geißen- und Kitzabschuss unmittelbar zum jeweiligen Jagdbeginn gestartet werden. Dabei sollten vorrangig schwache Geißen und Kitze die schwächer als der Durchschnitt sind, ebenso spätsetzende Geißen ungeachtet ihrer Wildbretstärke, samt ihren Kitzen (Kitze vor der Geiß) erlegt werden. Springt eine Geiß nach dem Erlegen des Kitzes ab und wartet geduldig, kommt in den meisten Fällen das Stück meist zurück um nach ihrem Kitz zu suchen. Reicht das Büchsenlicht beim Abendansitz nicht aus, lohnt sich ein Ansitz an gleicher Stelle am darauffolgenden Tag.

Kitze
Die Gewichtsdifferenz zwischen Septemberkitzen und Novemberkitzen in hiesigen Revieren beträgt im Durchschnitt nur rund ein bis knapp eineinhalb Kilogramm. Eine signifikante Gewichtszunahme ab November findet nicht mehr statt. Mit dem einsetzenden Laubfall werden die Aktivitätsphasen des Rehwilds zunehmend geringer, sie schonen sich und sind auf Wintermodus programmiert, die geringere Tageslichtmenge schränkt die Aktivität in jeder Hinsicht ein. Frühzeitig sollte die Jagd auf schwache Kitze, möglichst gleich zu Beginn der Jagdzeit.

Dies wiederum schont die Kondition der Muttergeißen, denn die Kitze säugen durchaus bis in den Oktober oder in den November hinein. Die Mortalität ist bei Rehkitzen immer besonders hoch, somit schöpfen Sie erfolgreich früh ab, was sich Mutter Natur im Laufe des Winters wegnimmt. Diejenigen Rehe die frühzeitig erlegt werden treten nicht mehr in Äsungskonkurrenz, dies wiederum kommt der körperlichen Konstitution und damit der Qualität der Rehwildpopulation insgesamt zugute.

Bei Zwillingskitzen stets das schwächere Kitz erlegen, wobei das Geschlecht unberücksichtigt bleibt. Bestenfalls umfasst der Kitzabschuss ein Drittel männliche und zwei Drittel weibliche Kitze. Schmalrehe, besonders die schwachen, sollten sofort mit Aufgang der Jagdzeit erlegt werden.
Zeitlich verzögerte Erlegungszeitpunkte bringen sehr viele Nachteile mit sich. Zeitdruck ist ein schlechter Jäger, er verhindert nämlich den gezielten Wahlabschuss. Im Herbst kämpft man nämlich nicht nur gegen den Faktor Zeit, denn durch Wetterunbilden über Tage hinweg oder fehlende Sonnenaktivitäten, verspricht ein Ansitz oder die Pirsch kein Erfolg.

Beiderlei Geschlecht
Das Verfärben unseres Rehwildes im Frühjahr und im Herbst ist ein wichtiger Parameter für den Gesundheitszustand und die Qualität des Bestandes. Erstreckt sich bei Rehwild der Haarwechsel über einen ausgedehnteren Zeitraum, könnte das Stück krank oder alt sein.

Fakt: Mehr Nahrung und gute Habitatqualität - bessere Kondition, höhere Fortpflanzungsrate
Fakt: Bessere Kondition der Geißen - mehr und stärkere Kitze, höhere Individuendichte
Resümee: Sichtbare Reduktion des Rehwildbestands durch jagdlichen Eingriff


Zuwachs
Zur Berechnung des Zuwachses bilden der Grundbestand und das Geschlechterverhältnis die Grundlagen. Der Zuwachs ist umso höher, je günstiger die Lebensbedingungen sind. Folgender Erfahrungswerte können angenommen werden: Beim Rehwild: 80 - 120 % aller Geißen und Schmalrehe.
In diesem Zuwachsrahmen sind die regelmäßigen, für die betreffende Wildart unter normalen Verhältnissen zu erwartenden Jungwildverluste, bis zum Beginn der Jagdzeit des Jungwildes bereits berücksichtigt. Bei einer tragbaren Wilddichte bestimmt sich der erforderliche Abschuss nach der Höhe des tatsächlichen Zuwachses. Ist der Wildbestand überhöht oder zu niedrig, oder in seinem Bestand gefährdet, so ist im ersten Fall der Überhang - wenn nötig auf einige Jahre verteilt - abzubauen. Im zweiten Fall ist der Abschuss so lange zu beschränken, bis der tragbare Wildbestand erreicht ist.

Vom Zuwachs sollte etwa die Hälfte erlegt werden. Das entspricht, wenn die Abschussplanung keine Veränderung der Wildbestandshöhe zum Ziel hat, zugleich der Hälfte des Gesamtabschusses. Die auf die einzelnen Altersklassen entfallenden Abschüsse sollen bei normalem Wildbestand so aufgeteilt werden, dass etwa 50 % bis 65 % auf die Jugendklasse, etwa 20 % auf die mittlere Altersklasse und etwa 30 % auf die obere Altersklasse entfallen. In der Jugendklasse finden sich Jährlinge, Schmalrehe und Kitze beiderlei Geschlecht. Für die Abschussauswahl der einzelnen Stücke ist in erster Linie die körperliche Verfassung maßgebend: Dies gilt insbesondere beim Zuwachs und in der Jugendklasse.

Kümmerer oder schwache Familienverbände holen in der Regel nicht mehr auf. Schwaches weibliches Wild jeder Altersklasse und solches mit schwachem oder spät gesetztem Nachwuchs ist mit diesem zu erlegen. Ein entsprechender Abschussanteil an Kitzen ist jedoch erforderlich, um den Abschuss von genügend Geißen der oberen Altersklasse zu ermöglichen und um Winterverluste zu vermindern. Die Erhaltung einer dem Wildbestand angemessenen Altersstruktur verlangt starke Eingriffe in den Zuwachs und in die Jugendklasse.

Altersaufbau
In freier Wildbahn sind die Abgänge beim Zuwachs, in der Jugend- und in der oberen Altersklasse am stärksten. Die mittlere Altersklasse weist die geringsten Abgänge auf. In ihr befinden sich die für die Fortpflanzung maßgeblichen (sozial reifen) Stücke und damit die Hauptträger einer Wildpopulation. Den natürlichen Auslesevorgängen hat sich die Regulierung der Wildbestände anzupassen.

Quelle: Churfrankenjäger.de/Zundel/Ueckermann/Stubbe et al.

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Lust auf Wilderzeugnisse von registrierten regionalen Wildkammern? Informationen erhalten Sie von den Hegegemeinschaften Eichenbühl, Miltenberg und Kirchzell.

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