Neuer Ärger - BJV wieder mit Negativschlagzeilen

Schatzmeisterin Mechthild Maurer vom Bayerischer Jagdverband zieht wegen Drohungen Kandidatur zurück, berichten Jagderleben und verschiedene Tageszeitungen. Maurer zeigt sich fassungslos, angesichts (der nicht vollständig) aufgeführter Drohungen gegen ihre Person: „Frau Maurer, mir kann nichts passieren, ich habe keine Kinder, ich weiß nicht wie das bei Ihnen ist“; „Schlachte sie, lieber Jürgen, dann hast Du am schnellsten wieder Ruhe in Deinem geliebten Verband.“; „Ich werde Methoden finden, sie zu vernichten“.

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Bewegungsjagden finden statt

Zahlreiche Revierverantwortliche führen an den kommenden Wochenenden behördlich genehmigte Bewegungsjagden durch. Naturliebhaber mögen Verständnis mitbringen und die betreffenden zu bejagenden Waldabteilungen meiden. Jagd ist systemrelevant und wichtig!

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Super gemacht, die Arbeit des BJV trägt Früchte

Vom Bayerischen Kabinett wurde in den Eckpunkten für den Haushalt 2021 die Aufwandsentschädigung für Schwarzwild für den Zeitraum vom 1. Dezember 2020 bis 31. März 2021 für ganz Bayern von 20 auf 70 Euro erhöht. Die Aufwandsentschädigung von 100 Euro in Grenzgebieten bleibt unverändert erhalten. Herzlichen Dank an den BJV und die Staatsregierung für diese Wertschätzung des Engagements bayerischer Jägerinnen und Jäger.

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05.11.2020 | Im Landkreis Miltenberg können Bewegungsjagden sofort angemeldet werden

Auch Jägerinnen und Jäger im Jagdland Bayern müssen ihren systemrelevanten Auftrag im Allgemeininteresse erfüllen können. Dieser Auftrag kann nur durch intensive Jagd erfüllt werden. Gerade jetzt mit Ende der Vegetationszeit, können die Vorteile der natürlichen Vegetationszyklen der Natur jagdlich genutzt werden. Die Bayerische Jägerinnen und Jäger sorgen zudem für die Gewinnung hochwertiger Lebensmitteln und nur sie können die Prävention von Tierseuchen sicher umsetzen.  

Für den Landkreis Miltenberg wird die Untere Jagdbehörde gestellte Anträge zu Bewegungsjagden kurzfristig bewilligen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie zwischenzeitlich schon über die Medien verbreitet, haben wir uns bemüht, zeitnah Revierverantwortlichen trotz der derzeit geltenden Bestimmungen wegen der Corona-Pandemie Bewegungsjagden im Landkreis Miltenberg zu ermöglichen.

Über den Link

https://www.landkreis-miltenberg.de/Landkreis/Aktuell/Pressearchiv.aspx?orgid={D81FDAD7-D76C-43C9-8527-0E447A714DD2}

ist ein entsprechendes Antragsformular abrufbar. Erste Anträge liegen bereits vor und werden möglichst noch heute genehmigt.

Wir bitten die Verantwortlichen der BJV-Kreisgruppen und die Hegeringleiter, diese Möglichkeit an Ihre Jäger weiterzugeben.

Es ist in unserem Interesse, dass bei einer Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland Eingriffe in die Schwarzwildpopulation, insbesondere jetzt in der aktuellen Zeit der traditionellen Bewegungsjagden, ermöglicht werden. Selbstverständlich muss dabei jedoch auch der erhöhte Aufwand wegen der Sicherheitsbestimmungen zu Corona durch Jagdleiter und Beteiligte gewährleistet werden.

Freundliche Grüße Regina Groll Naturschutz, Jagd- und Fischereiwesen Telefon: 09371 501-306 · Telefax: 09371 501-79306 Regina.Groll@lra-mil.de · Brückenstraße 2 · 63897 Miltenberg.

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Kabinettsbeschluss Bundesjagdgesetz wird nach 44 Jahren erneuert 

Der Bayerische Jagdverband lehnt den jetzt vorgestellten Entwurf des Bundesjagdgesetzes in vielen Teilen ab.  Fachargumente, Tierschutz- und ökologische Aspekte im Forst-Wild-Konflikt verhallen ungehört Kein Gesetz gegen die Interessen der heimischen Wildtiere. Und weiter: „Der Entwurf ist in Tendenzen wildfeindlich", so DJV-Vizepräsident Ralph Müller-Schallenberg.

Die Bundesregierung wolle damit das Jagdrecht in die aktuelle Zeit und in die Zukunft führen und eine Gleichberechtigung von Wild und Wald herbeiführen, erläuterte Klöckner vor der Presse. „Wir setzen darauf, dass es den Wald mit Wild gibt aber wir brauchen eine bessere Balance“, sagte sie. Klöckner räumte ein, dass die vielen Jahre, in denen keine Reform des Jagdgesetzes gelungen sei, zu verhärteten Positionen geführt haben. „Jetzt haben wir einen guten Kompromiss gefunden“, sagte sie. Teil des Gesetzespakets ist auch die lange diskutierte Minimierung von Blei in Büchsenmunition.

Dritter Aspekt sind Regelungen zum Schutz vor Wildverbiss. Bundesweit gebe es im Wald 33% Verbiss Schäden. Das sei ein enormer Rückschlag für den aktuell so notwendigen Waldumbau, sagte Klöckner. Gleichzeitig betonte Klöckner, dass sie den Waldbesitzern, Jagdausübern und Jagdpächtern mehr Eigenverantwortung übertragen will. Diese sollen sich selbst im Rahmen von Abschusskorridoren einigen. Erst wenn es keine Einigung gibt, soll die Jagdbehörde eine Abschussquote für Rehwild festlegen.

Das sind die Eckpunkte des Bundesjagdgesetzes:

  • Das jagdrechtliche Verbot für Nachtzieltechnik sowie das waffenrechtliche Verbot für Infrarotaufheller wird bei der Jagd auf Schwarzwild aufgehoben: um die Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu erleichtern.
  • Blei in Büchsenmunition wird minimiert, aber dabei eine hinreichende Tötungswirkung gewahrt, um Verbraucher-, Umwelt- und Tierschutz in Einklang zu bringen.
  • Ein bundesweiter Schießübungsnachweis für Gesellschaftsjagden wird eingeführt.
  • Vereinheitlichung der Jäger- und Falknerprüfung, da sich in den vergangenen 40 Jahren deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern herausgebildet haben.
  • Modernisierung der Jägerausbildung. Wildbrethygiene und Lebensmittelsicherheit werden eine stärkere Rolle spielen, ebenso Fächer wie Waldbau und Wildschadensvermeidung.
  • Verbot des Kaufs und Verkaufs von Tellereisen aus
  • Tierschutzgründen. Verbot von Jagd an Waldquerungshilfen, im Sinne des Natur- und Artenschutzes.
  • Verbot von fangbereiten Fallen für Greifvögel, mit Ausnahme für Falkner im Sinne des Tier- und Tierartenschutzes.
  • Ergänzende Regeln bei der Festlegung von Jagdzeiten. Anhebung des Bußgeldrahmens – von 5.000 auf nun 10.000 Euro. Die letzte Anpassung fand vor 44 Jahren statt.
  • Anhebung der Jagdhaftpflichtversicherung auf eine Mindesthaftsumme von 5.000.000 Euro. Für einen ausreichend finanziellen Schutz des Jägers im Fall eines Schadenfalls – und des potentiellen Opfers.
  • Einheitliche Regelungen zum Schutz vor Wildverbiss, um den klimastabilen Waldumbau sicherzustellen.

Das sind die neuen Regelungen für den Schutz des Waldumbaus:

  • Nach dem vorliegenden Gesetzentwurf soll im Bundesjagdgesetz die Eigenverantwortung vor Ort gestärkt werden.
  • Die behördliche (Höchst-) Abschussplanung für Rehwild soll abgeschafft werden.
  • Stattdessen sollen sich die Jagdgenossenschaften beziehungsweise Grundeigentümer und Jagdpächter künftig eigenverantwortlich über einen jährlichen Abschusskorridor für Rehwild im Jagdpachtvertrag verständigen.
  • Grundlage für die Einigung sollen Vegetationsgutachten sein, die um eine Lebensraumanalyse des Rehwildes ergänzt werden.
  • Wenn die Parteien sich nicht einigen oder die Einigung hinter dem notwendigen Mindestabschuss zurückbleibt, soll die Jagdbehörde die Abschussquote festlegen.
  • Wird der Mindestabschuss nicht erreicht, soll die zuständige Behörde anordnen, dass der Jagdausübungsberechtigte den Wildbestand zu verringern hat.
  • Regelungen der Länder, die über diese geplanten Änderungen hinausgehen, wie etwa Regelungen über einen Abschussplan, der zu erfüllen ist und der auf Grundlage von forstwirtschaftlichen Gutachten erstellt wurde, bleiben unberührt und somit weiterhin bestehen.

Die Änderungen im Bundesjagdgesetz bedürfen nicht der Zustimmung des Bundesrates. Der Gesetzesentwurf durchläuft im Anschluss an die Kabinettsentscheidung das parlamentarische Verfahren im Bundestag und Bundesrat.

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Link: www.Nachsuchenstation-Dreilaendereck.de

"Für gelebten Tierschutz und Weidgerechtigkeit"

Über die Nachsuchehotline 0171 / 632 1318 erreichen Sie einen Ansprechpartner, erfahren Sie noch mehr unter www.nachsuchenstation-dreilaendereck.de, diese Website ist derzeit im Aufbau

Kirchzell. Erfahrene Nachsuchespezialisten aus dem Dreiländereck bei Kirchzell gründen die Nachsuchenstation-Dreiländereck und bieten ab sofort ihre Dienste an.

Mit drei Bayerischen Gebiergsschweißhunden, 2 Brandlbracken und einem Hannoverschen Schweißhund können Nachsuchen koordiniert werden. Darunter sind zwei anerkannte Nachsucheführer für die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Hessen. Für die Nachsuchenstation steht die gesetzlichen Verpflichtung im Fokus, dem Tierschutz Rechnung zu tragen und jagdethische Verhaltensweisen qualifiziert umzusetzen. Dabei steht immer im Vordergrund das Stück zu finden und dem Wildtier unnötige Schmerzen zu ersparen.

Die professionelle Nachsuche stellt ein Herzstück weidgerechter Jagd dar, sie bedeutet persönlich Verantwortung zu übernehmen und zollt Respekt gegenüber den Wildtieren. Die Nachsucheführer dort kennen aus ihrer langen jagdlichen Erfahrung als Hundeführer die hohen Anforderungen die mitunter gestellt werden. Nicht hinnehmbar ist aus jagdlicher Sicht die Situation, wenn schwerkrankes Wild unter einem schmerzhaften Martyrium Stunden oder Tage elend zugrunde gehen muss. Das konterkariert die Sinnhaftigkeit des Tierschutzgedankens und weidgerechten Handelns.

Im Jagd- und Wildtiermanagementgesetz (JWMG) für Baden-Württemberg beispielsweise wurde die Nachsuche im § 39 JWMG „Wildfolge“ über Jagdgrenzen hinweg per Gesetz verordnet. Absatz fünf besagt „Zum Zwecke der Wildfolge dürfen anerkannte Nachsuchegespanne ohne Zustimmung der jagdausübungsberechtigten Personen des angrenzenden Reviers die Reviergrenzen unter Mitführung geeigneter Jagdwaffen sowie in Begleitung einer weiteren zur Nachsuche ausgerüsteten Person, die Inhaberin eines Jagdscheins ist und ebenfalls geeignete Jagdwaffen führen darf, überschreiten, die Wildtiere erlegen und versorgen. Nach Beendigung der Nachsuche sind die jagdausübungsberechtigten Personen unverzüglich zu benachrichtigen“.

Bei unseren hessischen Nachbarn wird ähnlich vorgegangen. Dort kann innerhalb des Gebietes einer Hegegemeinschaft die Jagdbehörde auf Vorschlag der Hegegemeinschaft anerkannte Schweißhundeführer bestimmen, die bei der Nachsuche von Schalenwild die Grenze von Jagdbezirken einschließlich einer Begleitperson unter Mitführung der Schusswaffe ohne vorherige Benachrichtigung der Jagdausübungsberechtigten, in deren Jagdbezirk das kranke Stück Schalenwild eingewechselt ist, überschreiten.

Im Bayerische Jagdgesetz unter Art. 37 können die Revierverantwortlichen eigenverantwortlich handeln. Ihnen obliegt freiwillig die Möglichkeit über die Vorschriften der Absätze 1, 3 und 4 hinausgehende Vereinbarungen (Nachsuchevereinbarung-Wildfolge) zu treffen, diese bedürfen der Schriftform.

Die Hegegemeinschaft Kirchzell hat mit ihren Revierverantwortlichen für 16 Jagdreviere eine schriftliche Nachsuchenvereinbarungen ausgearbeitet. Die Nachsucheführer dort verfügen über einen eigens hierfür geschaffenen Ausweis

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Besonnen handeln, denn Panik ist ein schlechter Berater in ASP-Zeiten. Verzehr von leckerem Wildschweinfleisch schützt unser urigstes heimisches Wild vor der Afrikanischen Schweinepest. Jagen statt klagen. 

ASP-Einsatz: Wer haftet für Unfälle bei der Kadaversuche?

Quelle und Verfasser: Jagderleben. Wenn der Staat uns Jäger verpflichtet, Kadaver zu beseitigen und andere Maßnahmen zur ASP-Prävention vorzunehmen – wer haftet eigentlich, falls dabei etwas passiert? Nach den kontroversen Diskussionen beim Deutschen Jagdrechtstag 2019 um die Frage, wer haftet, wenn die öffentliche Hand die Jäger verpflichtet, Kadaver zu beseitigen und andere Maßnahmen zur Prävention der Seuchenverbreitung vorzunehmen, hat Dr. Dirk van der Sant von der Gothaer Versicherung bei der für alle Jäger zuständigen Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft nachgefragt, ob diese denn für Schäden eintritt.

Die antwortete wie folgt: „Für die Beurteilung des Versicherungsschutzes kommt es wie immer auf die konkreten Umstände des Einzelfalles an, um den Versicherungsschutz prüfen zu können.“ Hier endet die Zuständigkeit

Dennoch möchte ich (Anm. Redaktion: "Jagderleben") versuchen, Ihnen einen kurzen Überblick zum Versicherungsschutz im Zusammenhang mit der ASP zu geben: Die Beseitigung von Wildkadavern (Fallwild) im Revier ist eine grundsätzliche Aufgabe des Jagdunternehmers. Sie fällt in den Bereich der Hege- und Pflegemaßnahmen, und die damit verbundenen Tätigkeiten sind über § 2 Abs. 1 Nr. 5 Buchst. a SGB VII grundsätzlich in der Landwirtschaftlichen Unfallversicherung (LUV) versichert. Die mit diesen Tätigkeiten beauftragten oder daran beteiligten Helfer unterliegen ebenfalls grundsätzlich dem Unfallversicherungsschutz in der LUV, wenn sie diese Aufgaben entweder nach § 2 Abs. 2 SGB VII arbeitnehmerähnlich oder nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII als im Jagdunternehmen angestellte Arbeitnehmer erledigen.

Nach Auffassung der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) ist die Zuständigkeit in der Landwirtschaftlichen Unfallversicherung jedoch nicht (!) mehr gegeben, wenn die Beseitigung von Wildkadavern auf Veranlassung staatlicher Stellen aus seuchenhygienischen Gründen durchgeführt werden muss. Das Revier ist durch die tierseuchenrechtlichen Anordnungen „gemaßregelt“ und die „Revierhygiene“ damit unmittelbare Folge dieser Anordnungen. Die „Maßregelung“ führt rechtlich im Weiteren dazu, dass der Jagdunternehmer und die von ihm zur Aufgabenerledigung eingesetzten oder beteiligten Helfer durch die anordnenden staatlichen Stellen im Rahmen der Gefahrenabwehr beauftragt sind, verendete

Tiere aus dem Revier zu entsorgen und unterliegen dem Unfallversicherungsschutz nach § 2 Abs. 1 Nr. 13 Buchst. a SGB VII. Dem folgend ist die Unfallversicherung durch die zuständige Unfallkasse durchzuführen, der Fall wäre dahin abzugeben.

Aktuell werden im Zuge der ASP-Seuchenabwehr auch eigens für diesen Notfall von den zuständigen staatlichen Stellen ausgearbeitete Maßnahmenpläne umgesetzt, die den Einsatz von Bergungstrupps vorsehen. Die Bergungstrupps werden von den staatlichen Stellen organisiert und mit Fachleuten besetzt und haben die Aufgabe, in den Jagdbezirken die Wildkadaver zu beseitigen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Seuchengefahr geringzuhalten oder zu beseitigen und den Übersprung auf andere Regionen oder die Nutzschweinbestände zu verhindern.

Rechtstipp

SCHRIFTLICHE BESTÄTIGUNG EINHOLEN!

Der/ die verpflichteten Jäger/ in sollte sich also von der Behörde unbedingt eine schriftliche Bestätigung darüber geben lassen, dass ihn/ sie diese von sämtlichen Schadensersatzansprüchen Dritter freistellt und ihn/ sie im Falle eines Arbeitsunfalls nach den gesetzlichen Vorgaben absichert beziehungsweise entschädigt. Das gilt im Übrigen genauso für den Aufwendungsersatz für Fahrten, Kleidung und sonstiges Einsatzgerät.

Unfallkassen anstatt der LUV Jagdunternehmer und auch andere Jagdausübungsberechtigte, wie Begehungsscheininhaber, Jagderlaubnisnehmer, beglaubigte Jagdaufseher und Förster, sind regelmäßig wegen ihrer fachlichen Kompetenz und der Orts- und Revierkenntnisse in die Bergungs- und Entsorgungsmaßnahmen eingebunden und deshalb aktiver Bestandteil der Bergungstrupps.

Die in den Bergungstrupps eingesetzten Jagdunternehmer und Jagdausübungsberechtigten unterliegen bei den Bergungsarbeiten (Wildkadaverbeseitigung) und damit im Sachzusammenhang stehenden Tätigkeiten nicht dem Unfallversicherungsschutz in der LUV, sondern die Durchführung der Unfallversicherung fällt in die Zuständigkeit der Unfallkassen. Personelle Zusammenstellung der Bergungstrupps und Durchführung der Aufgaben erfolgen auf Anordnung respektive Weisung der für die Durchführung des Maßnahmeplans zuständigen staatlichen Stellen (Ministerium und untergeordnete Stellen, bis hinunter zu Kreisverwaltungsbehörden und Ähnliche). Die daraus resultierenden Tätigkeiten zur Wildkadaverbeseitigung stehen nicht mehr im sachlichen Kontext einer (jagd)unternehmerischen oder unternehmensbezogenen Handlung oder Aufgabe, sondern sind im unmittelbaren Sachzusammenhang mit dem an den Bergungstrupp erteilten öffentlichen Auftrag zu beurteilen.

Die angeordnete Handlung dient einem öffentlichen Interesse (Tierseuchenschutz; keine Individualinteressen), und Auftraggeber bzw. Verpflichtender ist eine öffentliche Stelle. Pflichten öffentlicher Auftraggeber Damit liegen die Voraussetzungen für einen Unfallversicherungsschutz bei Dienstleistungen im Bergungs- und Entsorgungstrupps gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 11 Buchst. a SGB VII vor. Die Zuständigkeit liegt bei den UV-Trägern der öffentlichen Hand, nicht bei der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft. Fazit: Wer sich also von der öffentlichen Hand verpflichten lässt, die Kadaver zu beseitigen, der sollte sich darüber im Klaren sein, dass die gesetzliche Unfallversicherung keinen Versicherungsschutz anbietet. Gleiches könnte wohl auch für die Jagdhaftpflichtversicherung gelten.

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Empfohlene Website unter folgendem Link:

http://www.natur-jagd.de/

Der Blog Natur-Jagd.de wird betrieben von Axel Seidemann. Hier finden Jägerinnen und Jäger interessante Seminartermine rund um die Jagd und Natur. Seminarangebote finden auch in unserer Nähe in Zusammenarbeit mit dem Jagdklub Darmstadt statt.

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Dringend Fleißarbeit geboten: Geschlechterverhältnis - Jagdstrategie und Jagdmethoden

Churfrankenjäger.de |
Ein Waldrevier verändert sich über die Jagdperioden hinweg, damit verändert sich auch das Waldbild und ebenso der Lebensraum unseres Rehwildes. So sollten sich Revierverantwortliche über die Jagdperiode mehrfach einen Überblick über die Verteilung des Rehwildes in ihrem Revier verschaffen. Über deren Territorien, über optimale und suboptimale Lebensräume. So können Revierverantwortliche ihre Jagdstrategie danach ausrichten und strategisch dort jagen, wo sich Rehwild konzentriert.

Zugleich sind Erkenntnisse über jahreszeitliche wie auch tägliche Aktivitätszyklen des Rehwildes einzubeziehen, damit Revierverantwortliche bei der Bejagung Phasen hoher Aktivität durch vermehrte Sichtbarkeit nutzen können. Es ist gegebenenfalls auch eine neue Herausforderung die auf Revierverantwortliche zukommt, bezüglich neuer Maßstäbe an Jagdstrategien oder an neue Jagdmethoden.

Ob Einzelansitz, Gruppenansitz, Pirsch, Lock-, Bewegungs- oder Intervalljagd, Jägerinnen und Jäger müssen sehr viel mehr flexibel denken und handeln. Definieren der Kernzonen mit optimalen Lebensräumen und hoher Lebensraumbonität ist wichtig. Wo vornehmlich vitale mittelalte Stücke beiderlei Geschlecht auftreten, sind die Randzonen jagdlich zu nutzen, dorthin werden schwächere und jüngere Stücke abgedrängt. Auch gemeinschaftlich intensivierte Jagdintervalle mit den Reviernachbarn, beispielsweise über angrenzende Feld- Waldgrenze oder Wald- Feldgrenze hinweg, können durchaus zu effizienten Jagstrecke beitragen.

Koordinierte revierübergreifende Gruppenansitze sind eine gute Jagdalternative. Alternativ zum täglichen Einzelansitz wird in der Regel weniger beunruhigt und gleichzeitig eine größere Zeit- und Raumabdeckung erreicht. Gegenseitige Absprachen wie das koordinierte Abbaumen und Bergen von Wild, kann beim Gruppenansitz hilfreich sein und bescheren größeren Jagderfolg bei weniger Jagddruck. Und gemeinschaftliches Handeln an sich erfährt einen neuen, sehr viel höheren Stellenwert. 

Männliches Rehwild
Grundsätzlich sollte der Abschussplan beim männlichen Rehwild - das sind Böcke und Bockkitze - mindestens 50 bis 65 Prozent bei einer „tragbaren“ Wilddichte des Gesamtabschusses betragen. Derselbe Grundsatz gilt für das weibliche Wild bei „tragbarer“ Wilddichte. Hierdurch soll ein Geschlechterverhältnis von 1:1 herbeigeführt bzw. erhalten werden.

Weibliches Rehwild
Der Abschuss von Schmalreh, Geiß und Kitz ist elementar wichtig und außerordentlich gewissenhaft durchzuführen. Unterstellt, Revierverantwortliche kennen ihren Rehwildbestand, sollten sie mittelalte Geißen schonen. Nichtführende, vitale und starke Geißen sollten nicht erlegt werden, diese könnten mit hoher Wahrscheinlichkeit ihre Kitze verloren haben. Sind diese vital und gesund, können sie bis ins hohe Alter führen. Somit sollte das das Augenmerk auf den Abschuss von Schmalrehen und Altgeißen gerichtet sein. Eine tragbare Wilddichte ist nur bei entsprechend hohem Kitzabschuss (Geiß- und Bockkitze) zu erreichen.

An weiblichem Rehwild sollen bis zu zwei Drittel an Geißkitzen und mindestens ein Drittel Geißen und Schmalrehe erlegt werden. Starke, kräftige Geißen sind die Voraussetzung für einen qualitativen Rehbestand. Schwache, adulten Geißen mit Wildbretgewichten von knapp 13kg im Durchschnitt, sind Indikator für einen eher hohen Rehwildbestand. Weibliche Stücke sollten rechtzeitig, d. h. immer zum jeweiligen Aufgang der Jagdzeit erlegt werden. Damit verschaffen sich Revierverantwortliche den Vorteil, der sich mit Aufgang der Jagdzeit bietet: Die Stücke sind nicht zu sehr heimlich, die Waldvegetation ist noch nicht üppig und das Wetter verschafft mehr Anblick und Erfolg.

Auch lassen sich Schmalrehe zum Beginn ihrer Jagdzeit eindeutig von adulten Stücken unterscheiden. Gerade Schmalrehe sind zu diesem Zeitpunkt im Kontrast zu noch tragenden oder säugenden Geißen gut anzusprechen. Grundsätzlich sollte mit dem Schmalreh-, Geißen- und Kitzabschuss unmittelbar zum jeweiligen Jagdbeginn gestartet werden. Dabei sollten vorrangig schwache Geißen und Kitze die schwächer als der Durchschnitt sind, ebenso spätsetzende Geißen ungeachtet ihrer Wildbretstärke, samt ihren Kitzen (Kitze vor der Geiß) erlegt werden. Springt eine Geiß nach dem Erlegen des Kitzes ab und wartet geduldig, kommt in den meisten Fällen das Stück meist zurück um nach ihrem Kitz zu suchen. Reicht das Büchsenlicht beim Abendansitz nicht aus, lohnt sich ein Ansitz an gleicher Stelle am darauffolgenden Tag.

Kitze
Die Gewichtsdifferenz zwischen Septemberkitzen und Novemberkitzen in hiesigen Revieren beträgt im Durchschnitt nur rund ein bis knapp eineinhalb Kilogramm. Eine signifikante Gewichtszunahme ab November findet nicht mehr statt. Mit dem einsetzenden Laubfall werden die Aktivitätsphasen des Rehwilds zunehmend geringer, sie schonen sich und sind auf Wintermodus programmiert, die geringere Tageslichtmenge schränkt die Aktivität in jeder Hinsicht ein. Frühzeitig sollte die Jagd auf schwache Kitze, möglichst gleich zu Beginn der Jagdzeit.

Dies wiederum schont die Kondition der Muttergeißen, denn die Kitze säugen durchaus bis in den Oktober oder in den November hinein. Die Mortalität ist bei Rehkitzen immer besonders hoch, somit schöpfen Sie erfolgreich früh ab, was sich Mutter Natur im Laufe des Winters wegnimmt. Diejenigen Rehe die frühzeitig erlegt werden treten nicht mehr in Äsungskonkurrenz, dies wiederum kommt der körperlichen Konstitution und damit der Qualität der Rehwildpopulation insgesamt zugute.

Bei Zwillingskitzen stets das schwächere Kitz erlegen, wobei das Geschlecht unberücksichtigt bleibt. Bestenfalls umfasst der Kitzabschuss ein Drittel männliche und zwei Drittel weibliche Kitze. Schmalrehe, besonders die schwachen, sollten sofort mit Aufgang der Jagdzeit erlegt werden.
Zeitlich verzögerte Erlegungszeitpunkte bringen sehr viele Nachteile mit sich. Zeitdruck ist ein schlechter Jäger, er verhindert nämlich den gezielten Wahlabschuss. Im Herbst kämpft man nämlich nicht nur gegen den Faktor Zeit, denn durch Wetterunbilden über Tage hinweg oder fehlende Sonnenaktivitäten, verspricht ein Ansitz oder die Pirsch kein Erfolg.

Beiderlei Geschlecht
Das Verfärben unseres Rehwildes im Frühjahr und im Herbst ist ein wichtiger Parameter für den Gesundheitszustand und die Qualität des Bestandes. Erstreckt sich bei Rehwild der Haarwechsel über einen ausgedehnteren Zeitraum, könnte das Stück krank oder alt sein.

Fakt: Mehr Nahrung und gute Habitatqualität - bessere Kondition, höhere Fortpflanzungsrate
Fakt: Bessere Kondition der Geißen - mehr und stärkere Kitze, höhere Individuendichte
Resümee: Sichtbare Reduktion des Rehwildbestands durch jagdlichen Eingriff


Zuwachs
Zur Berechnung des Zuwachses bilden der Grundbestand und das Geschlechterverhältnis die Grundlagen. Der Zuwachs ist umso höher, je günstiger die Lebensbedingungen sind. Folgender Erfahrungswerte können angenommen werden: Beim Rehwild: 80 - 120 % aller Geißen und Schmalrehe.
In diesem Zuwachsrahmen sind die regelmäßigen, für die betreffende Wildart unter normalen Verhältnissen zu erwartenden Jungwildverluste, bis zum Beginn der Jagdzeit des Jungwildes bereits berücksichtigt. Bei einer tragbaren Wilddichte bestimmt sich der erforderliche Abschuss nach der Höhe des tatsächlichen Zuwachses. Ist der Wildbestand überhöht oder zu niedrig, oder in seinem Bestand gefährdet, so ist im ersten Fall der Überhang - wenn nötig auf einige Jahre verteilt - abzubauen. Im zweiten Fall ist der Abschuss so lange zu beschränken, bis der tragbare Wildbestand erreicht ist.

Vom Zuwachs sollte etwa die Hälfte erlegt werden. Das entspricht, wenn die Abschussplanung keine Veränderung der Wildbestandshöhe zum Ziel hat, zugleich der Hälfte des Gesamtabschusses. Die auf die einzelnen Altersklassen entfallenden Abschüsse sollen bei normalem Wildbestand so aufgeteilt werden, dass etwa 50 % bis 65 % auf die Jugendklasse, etwa 20 % auf die mittlere Altersklasse und etwa 30 % auf die obere Altersklasse entfallen. In der Jugendklasse finden sich Jährlinge, Schmalrehe und Kitze beiderlei Geschlecht. Für die Abschussauswahl der einzelnen Stücke ist in erster Linie die körperliche Verfassung maßgebend: Dies gilt insbesondere beim Zuwachs und in der Jugendklasse.

Kümmerer oder schwache Familienverbände holen in der Regel nicht mehr auf. Schwaches weibliches Wild jeder Altersklasse und solches mit schwachem oder spät gesetztem Nachwuchs ist mit diesem zu erlegen. Ein entsprechender Abschussanteil an Kitzen ist jedoch erforderlich, um den Abschuss von genügend Geißen der oberen Altersklasse zu ermöglichen und um Winterverluste zu vermindern. Die Erhaltung einer dem Wildbestand angemessenen Altersstruktur verlangt starke Eingriffe in den Zuwachs und in die Jugendklasse.

Altersaufbau
In freier Wildbahn sind die Abgänge beim Zuwachs, in der Jugend- und in der oberen Altersklasse am stärksten. Die mittlere Altersklasse weist die geringsten Abgänge auf. In ihr befinden sich die für die Fortpflanzung maßgeblichen (sozial reifen) Stücke und damit die Hauptträger einer Wildpopulation. Den natürlichen Auslesevorgängen hat sich die Regulierung der Wildbestände anzupassen.

Quelle: Churfrankenjäger.de/Zundel/Ueckermann/Stubbe et al.

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Lust auf Wilderzeugnisse von registrierten regionalen Wildkammern? Informationen erhalten Sie von den Hegegemeinschaften Eichenbühl, Miltenberg und Kirchzell.

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